Ubuntu und T-DSL

ubuntulogoVor wenigen Wochen rief mich mein Onkel an. Er benötigte einen neuen PC, da sein alter Windows 98 Rechner aus dem Jahre 1998 mittlerweile doch ein wenig zu langsam war. Da ich wusste, dass er ihn nur für Schreibarbeiten / Internet benötigen wird und auch nur maximal 200,- Euro ausgegeben werden sollten, nutzte ich die Gelegenheit und griff bei einem Sonderangebot eines lokalen PC Händlers (YelloWare) zu. Natürlich war es nur der reine PC mit Video/Audio/LAN „on board“. Tastatur, Maus, Monitor und Drucker benötigte er nicht, da es soweit noch alles Ok ist.

Es gibt bei dem Preis kein Betriebssystem dazu und wieder Windows 98 zu installieren wäre nur mehr als unsinnig gewesen. Dazu kam, dass sein Office 97 Paket nun auch nicht mehr den aktuellen Stand und Standard repräsentiert. Also lud ich mir Ubuntu aus dem Internet und richtetete den PC damit bei mir zu hause ein, da mein Onkel noch auf seinen T-DSL Anschluss wartete. Ich hatte diese Linux Distribution gewählt, da ich sie ebenfalls als zweites Betriebssystem auf meinem heimischen PC habe und es sogar auf einem meiner Bürorechner installiert ist.

Ubuntu bringt gleich das kostenlose Officepaket Open Office mit und lässt sich auch einfach auf dem neuesten Stand halten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass auch ein Großteil aktueller Hardware unterstützt wird. So musste ich auch nur den HP Photosmartdrucker an den USB Anschluss stöpseln und er wurde sofort automatisch erkannt und eingerichtet.

Am Montag gab mir mein Onkel bescheid, dass sein T-DSL Anschluss geschaltet wurde und ich alles einrichten kann. Ich flitzte noch schnell zu einem Elektrogroßmarkt und besorgte 10m Patchkabel (Netzwerk). Es ist ja eigentlich immer die selbe Prozedur (jaja, es hat sich im Bekanntenkreis herumgsprochen, dass ich mich gerne mit sowas beschäftige ). Telefon heraus ziehen, Splitter an die Stelle einstecken, Telefon und Router an den Splitter anschließen und zum Schluss den PC mit dem Router verbinden. Mein Onkel hielt mir gleich die T-DSL CD vor die Nase, bis ich ihm zu verstehen gab, dass man diese nicht benötigt und sie auch nicht unter Linux funktioniert. Über eine Weboberfläche habe ich dann den Router mit den Zugangsdaten eingerichtet. Da ich weis, dass mein Onkel mich früher oder später wegen PC Problemen anrufen wird, dachte ich gleich an alles. Er wohnt ca. 16 Km von mir entfernt und ich habe nicht immer die Zeit dort hin zu fahren.

Was ist also die Lösung?! Rischtisch…. Fernwartung. Alles was dazu beötigt wird sind ein eingerichteter VNC Server, SSH Server, die Weiterleitung im Router und ein Account bei www.dyndns.com

Ubuntu bringt einen VNC Server gleich mit (zu finden unter „System -> Einstellungen -> Entfernter Desktop“). Damit kann man über einen anderen PC sich den Inhalt des Bildschirmes anzeigen lassen und diesen sogar steuern. Eine Anleitung dazu findet ihr auf Ubuntuusers.de

SSH ist wirklich nur etwas für Leute, die damit schon einmal gerarbeitet haben. Es lassen damit über eine Konsole (Terminal) alle Funktionen des entfernten Rechners steuern.

Diese beiden Dienste (VNC und SSH) laufen über festgelegte Ports. Bei SSH ist es 22 und bei VNC als Standard 0. Diese müssen im Router weitergeleitet werden, denn wenn eine entsprechende Anfrage auf den Router trifft, muss er wissen ob und wohin er sie weiterleiten soll. Zum Glück unterstützen fast alle aktuellen Router diese Funktion.

Zum Schluss habe ich noch ein konsteloses Konto bei www.dyndns.com angelegt. In regelmäißgen Abständen bekommt man als normaler DSL Kunde eine andere IP Adresse. Diese wird jedoch benötigt, um über das Internet auf den PC zugreifen zu können. Da der Router meines Onkels diese Funktion unterstützt, ist es eine feine Sache. Der Router schickt die Aktuelle IP an DynDNS und hinterlegt sie dort. Sollte mein Onkel also ein Problem haben, muss er mir nicht seine IP heraussuchen (was für uns beide wohl recht nervig wäre), sondern ich kann sie über DynDNS abfragen und mich dann per VNC oder SSH mit seinem PC verbinden.  Dazu sollte man auch über die Benutzerkontendaten des entfernten PCs verfügen.

Als ich zu hause war, habe ich es ausprobiert und meinem Onkel gleich einen Text auf seinen Bildschirm geschrieben. Jetzt bin ich beruhigt, dass ich bei seinen meisten Fragen bequem von daheim helfen kann.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Der DynDNS Dienst eignet sich auch, um als DSL Kunde ohne statische IP einen eigenen Websever zu betreiben, da man dort auch kostenlose Domains anlegen kann (z.B. maxmusterman.dyndns.org), die immer auf die aktuelle IP verweisen. Zu beachten ist auch hier wieder, dass der Port 80 (ist meist schon als Profil in den meisten Routern auswählbar) auf die IP des Rechners im Netzwerk weitergeleitet wird, auf dem der Webserver läuft.

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

2 Kommentare zu Ubuntu und T-DSL

  1. Hallo, Du hast also tdsl ohne eine Installations CD oder so eingerichtet? Ich habe ein Problem, bekomme bald meinen TCom Anschluß und habe aber überall nur Ubuntu drauf…was muss ich machen und wie muss man dann vorgehen, ich bräuchte da eine Anleitung oder sowas… Danke und nette Grüße

    • Hallo Marc

      Eine zusätzliche Anleitung benötigst du eigentlich nicht. Mit Ubuntu kannst du natürlich nicht die mitgelieferte T-DSL Software verwenden, da diese nur auf Windows PCs läuft. Die Software braucht man aber eigentlich nicht.

      Im Grunde musst du dein Ubuntu in den Netzwerkeinstellungen nur auf DHCP stellen und deinen Rechner mit dem T-Com Modem/Router verbinden. Die Einrichtung kannst du dann über die Weboberfläche im Browser erledigen. Dazu stehen die wichtigsten Informationen auch in dem Handbuch.

      Gruß Torsten

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  1. Verwendung von DynDNS | NETZ-ONLINE

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