Screencasts – Desktop Recorder (Windows)

Jeder von uns hat sie bereits irgendwo gesehen, die kleinen Tutorialvideos (Screencasts) auf Webseiten. Meist beinhalten sie auch Audiokommentare des Verfasser zu den gezeigten Vorgängen. Besonders bei Erklärungen zum Umgang von Software, Installationen usw. wird diese Form gerne genutzt. In diesem Beitrag möchte ich einige Programme (Desktop – Recorder) auflisten, mit denen Screencasts erstellt werden können, um Bildschirmaktivitäten als Video zu präsentieren.

Bevor ich jedoch damit beginne, möchte ich mich noch etwas zu dem Sinn solcher Screencasts äussern. Immer wenn es um die Präsentation visueller Inhalte geht, stößt man auf das (mittlerweile leider schon fast abgedroschene) Sprichwort “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.”

Es bringt die Sache jedoch auf den Punkt.  Mit einem kleinen Tutorialvideo kann ich z.B. den Umgang mit Software oftmals besser und klarer darstellen, als wenn die Abläufe in einem Text erklärt werden. Ich habe bereits mehre Bedienungsanleitungen geschrieben und ich weis, wie schwer es ist  Bedienungsschritte verständlich in Worte zu fassen. Dabei hatte ich z.T. Originalvorlagen, deren Gehalt lediglich für den Papierkorb etwas getaugt haben. Aus diesem Grund habe ich mich etwas mit Screencasts beschäftigt, da ich auch selber immer wieder bei der Suche nach Lösungen für Probleme auf diese Hilfen stoße.

Da meist nie alles Gute beisammen ist, habe ich hier eine kleine Liste angefertigt, welche die Vor- und Nachteile aus meiner Sicht darstellt:

Vorteile:

  • Anschaulichkeit (meist an einem konkreten Beispiel)
  • können einfach auf anderen Seiten eingebunden werden
  • müssen nicht auf dem eigenen Webspace gelagert werden (z.B. YouTube, Vimeo)
  • weniger Mißverständnisse
  • Audiokommentare

Nachteile:

  • lässt sich nicht ausdrucken oder schwer abspeichern
  • es ersetzt somit auch kein Handbuch, in dem man nachschlagen kann
  • Tempo wird vom Verfasser vorgegeben und nicht vom Nutzer bestimmt
  • veralten leicht, da sie bei Änderungen komplett neu erstellt werden müssten
  • ein Videotutorial verdeutlicht meist nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten bzw. einen konkreten Ablauf

Hier noch einige Dinge, auf die man beim Funktionsumfang von Desktop-Recorder achten sollte:

  • Ausgabe in ein verwertbares Format: z.b. AVI oder FLV / SWF (Flash)
  • Möglichkeit den Aufnahmebereich wählen zu können (z.B. Vollbild, Programmfenster oder selbst definierten Bereich)
  • Hervorhebung von Mausaktivitäten wie z.B. Klicken
  • eine Möglichkeit, dass aufgezeichnetes Audiomaterial nachträglich bearbeitet werden kann

Besonders viel Wert sollte man auf die ersten beiden genannten Funktionen legen. Wie viele und welche Funktionen zusätzlich benötigt werden, hängt natürlich von der Komplexität des Vorhabens ab. Aus diesem Grund ist es ratsam mehrere Produkte zu testen und die zutreffendste Lösung zu wählen.

Wie bei eigentlich allen Programmen gilt jedoch, das Ergebnis ist nicht nur so gut wie die eingesetzte Software, sondern auch wie der zu übermittelnde Inhalt. Deshalb sollte man sich vor der Aufzeichnung ein paar Fragen stellen:

  1. Was ist meine Zielgruppe? : Benutzerlevel (Anfänger, Fortgeschrittene, Experten), Alter, usw.
  2. Was möchte ich mit dem Screencast erreichen bzw. vermitteln?
  3. Wie sollte meine Präsentation gegliedert sein?

Einfach drauflos ist meist nicht die günstigste Strategie. Man sollte sich die Zeit nehmen und am besten mit einem Zettel und Stift eine Gliederung erstellen (jaja, ein Schreibprogramm geht auch). Dazu gehört nicht nur der inhaltliche Aufbau, sondern z.B. auch die Vorüberlegung, welche benötigten Programme geöffnet sein sollten oder welche Webseiten benötigt werden. Es ist immer sinnvoll, mehrere Probedurchläufe durchzuführen. So hat man die Möglichkeit schon im voraus Stellen zu finden, bei denen man ins Stocken gerät usw.

Ich habe mir für die Erstellung von Screencasts ein extra Benutzerkonto auf meinem PC angelegt. Es hat einen leeren Desktop, damit der Betrachter durch Nichts unnötig abgelenkt wird. Als Alternative bietet sich an, nur z.B. das Browser- oder Programmfenster als Aufnahmebereich zu definieren. Dies hängt jedoch ganz vom Vorhaben ab.

Software:

Jing

Homepage: www.techsmith.de/jing.html

Besonders für Einsteiger geeignet. Hinter dem Projekt steht nicht nur die Software, sondern auch gleich die Möglichkeit, die aufgezeichneten Videos und Screenshots zu veröffentlichen. Eine Beschränkung besteht allerdings in der maximalen Aufnahmedauer von 5 Minuten. Das Ausgabeformat ist in der kostenlosen Variante SWF. Für knapp 15 $ im Jahr kann man zur PRO Version wechseln, mit der man z.B. auch MPEG-4 als Ausgabeformat nutzen kann.

Hypercam

Homepage: http://de.hyperionics.com/hc/

Einfaches, jedoch sehr funktionales Programm. Die Testversion bietet bereits den vollen Funktionsumfang. Es wird lediglich der Schriftzug “ Unregistered HyperCam” in das AVI-Video eingeblendet. Eine Beschreibung der Funktionen findet man auf der Homepage des Produktes.

Cam Studio

Homepage: http://camstudio.org/

Diese Programm ist kostenlos und steht unter der GPL zur Verfügung. Es bietet die wichtigsten Funktionen zur Aufnahme, jedoch nicht zur Nachbearbeitung. Es kann bereits vor der Aufnahme gewählt werden, ob das Ergebnis als AVI oder SWF Datei ausgegeben werden soll. Nützlich ist der mitgelieferte SWF Producer, mit dem nachträglich AVI Dateien in das SWF Format umgewandelt werden können.

Windows Media Encoder 9

Homepage: Microsoft

Die Aufnahme wird im WMA / WMV Format abgespeichert. Leider gibt es kaum Möglichkeiten der Nachbearbeitung. Als Alternative kann dazu jedoch der Windows Movie Maker genutzt werden. Dieser ist in den aktuellen Betriebssystemen von Microsoft bereits enthalten.

Wink

Homepage: http://www.debugmode.com/wink/

Freeware mit vielen nachträglichen Bearbeitungsoptionen (z.B. Korrektur der Positionen des Mauszeigers, Beschriftungsmöglichkeiten uvm.). Leider gibt es keine Möglichkeit direkt Audio aufzuzeichnen.

Camtasia Studio

Homepage: http://www.techsmith.de

Kostenpflichtiges, jedoch auch sehr umfangreiches Programm mit vielen nützlichen Funktionen und Möglichkeiten der Nachbearbeitung (Zoomen, Erstellung von Navigationsmenüs, Videoeffekte uvm.)

Der Hersteller bietet auch eine 30-Tage Testversion als Download an. Ich hatte noch eine ältere Vollversion (3.1.2.) auf der CD einer PC-Zeitschrift gefunden. Bereits diese eignet sich schon hervorragend.

Nützliches Tool für die Umwandlung von Audio-/Videoformaten:

Sollte das Endformat nicht für den Upload in eines der Videoportale, bzw. die Einbettung auf der eigenen Homepage geeignet sein, bietet sich folgendes kostenlose Programm an:

Super von eRightSoft

Homepage: http://www.erightsoft.com/SUPER.html

Damit kann man Videos in die gängigsten Formate, mit einer Menge an Optionen umwandeln.

Plattformen zur Präsentation:

Die Arbeit ist erledigt und das Screencastvideo ist fertig. Doch wohin damit?!

Hier sind einige Dienste im Web, bei denen man sich kostenlos registrieren und anschließend die erstellten Videos hochladen kann:

www.youtube.com (maximale Abspieldauer einer Datei: 10 Minuten ! )

www.vimeo.com (englisch)

Eine schöne ausführliche Übersicht, über weitere Alternativen zu YouTube findet man in dem Beitrag auf netzwerkartig.com

Erklärung des Begriffes Screencast mit einer Auflistung weiterer Software auf Wikipedia.

Meinen ersten eigenen Screencast zum Thema Drupal und der Windows Live Writer kann man hier im Blog ansehen.

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

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