Gemeinsame Ordner in VirtualBox unter Ubuntu als Gast

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Ich habe ja bereits in einem Artikel über VirtualBox berichtet. Eine der nützlichsten Funktionen des Programms ist die der „Gemeinsamen Ordner“. Damit können Daten direkt zwischen Host- und Gastsystem ausgetauscht werden. Wie man dies mit Ubuntu als Gastsystem realisieren kann, möchte ich an dieser Stelle zeigen.

Um diese Funktion nutzen zu können, müssen in dem Ubuntu Gastsystem die VirtualBox Guest Additions installiert sein. Eine (leider nur englisch verfügbare) Anleitung findet ihr in dem HTML – Handbuch. Zuerst muss in VirtualBox ein „gemeinsamer Ordner“ eingerichtet werden. Dazu wählt man die virtuelle Machine mit Ubuntu aus und klickt auf  „Ändern“.  Dort findet man den Punkt „Gemeinsame Ordner“.  Mit einem Klick auf das kleine Ordnersymbol mit dem Pluszeichen, kann eine neue Freigabe eingrichtet werden. Dazu müssen ein Name für die Freigabe und der freizugebende Ordner angegeben werden.  Jetzt kann man einen bereits bestehenden oder einen neu angelgten Ordner auf der Windowsfestplatte auswählen.

Damit es verständlicher ist, möchte ich mit einem Beispiel arbeiten. Wir nehmen an, dass wir auf unserem Windows PC, auf der Partition D: einen neuen Ordner „Ubuntufreigabe“ erstellen,  den wir nutzen möchten, um Daten auzutauschen. Zusätzlich vergeben wir für diese Freigabe die Bezeichnung als Beispiel „vboxshare“. Diese Bezeichnung sollte man sich jetzt merken, da man diese unter Ubuntu später benötigt. Es sollte dann so aussehen (Klick auf das Bild):

gemeinsameordner1
Gemeinsame Ordner

Wir starten das virtuelle Ubuntu und richten die Linux Guest Additions ein. Jetzt erstellen wir unter /home/Benutzername einen neuen Ordner „Windowsordner“ (ohne Anführungszeichen).
Der Pfad lautet also /home/Benutzername/Windowsordner

Anleitung für Ubuntu 9.04 und 9.10

Damit dieser „Gemeinsame Ordner“ dauerhaft zur Verfügung steht, sollte eine zusätzliche Zeile in der  /etc/fstab hinzugefügt werden. Dafür benötigen wir jedoch noch zwei Werte, die uid und gid. Die uid (User) und gid (Gruppe) sind jene des jeweiligen Benutzers. Diese beiden Werte kann man sich durch die Eingabe von id in der Konsole anzeigen lassen.

Die fstab öffnet man z.B. mit

sudo nano /etc/fstab

Alternativ kann man für nano auch vi verwenden. Jetzt fügen wir die neue Zeile hinzu:

vboxshare /home/Benutzername/Windowsordner vboxsf uid=1000,gid=1000,rw 0 0

Als Hinweis zu nano: Die Berabeitung einer geöffneten Datei beendet man mit STRG +X. Wenn die entsprechende Zeile in der /etc/fstab eingetragen und gespeichert wurde, sollte mit folgendem Befehl der Ordner zugewiesen werden.

sudo mount -a

Dieser Befehl veranlasst Ubuntu dazu, die fstab neu einzulesen. Jetzt sollte es möglich sein, Dateien über den Ordner D:Ubuntufreigabe im Windowshostsystem und /home/Benutzername/Windowsordner in Ubuntu auszutauschen. Ich verwende diesen Weg, da ich mit anderen Lösungen oft Probleme wegen den Zugriffsrechten hatte und es jetzt so immer auf Anhieb funktioniert hat. Nach diesem Prinzip ist es natürlich möglich, mehrere Ordner freizugeben.

Anleitung für Ubuntu 10.04

Ab der  Ubuntuversion 10.04 funktioniert der Eintrag in die fstab nicht mehr! Hier müsst ihr jetzt wie folgt vorgehen:

1. Öffnet im Terminal die Datei rc.local

sudo nano /etc/rc.local

2. Entfernt das # Zeichen aus der erste Zeile, so dass es so aussieht:

!/bin/sh -e

3. Fügt folgende Zeile vor der letzten Zeile (exit 0) hinzu:

mount -t vboxsf -o rw,uid=1000,gid=1000 vboxshare /home/Benutzername/Windowsordner

Damit ihr jetzt einen kompletten Überblick bekommt, so sollte die Datei dann aussehen:

!/bin/sh -e
#
# rc.local
#
# This script is executed at the end of each multiuser runlevel.
# Make sure that the script will "exit 0" on success or any other
# value on error.
#
# In order to enable or disable this script just change the execution
# bits.
#
# By default this script does nothing.
mount -t vboxsf -o rw,uid=1000,gid=1000 vboxshare /home/Benutzername/Windowsordner
exit 0

4. Ubuntu neu starten

Bei mir hat diese Lösung bis jetzt ohne Probleme funktioniert.

Weitere Hinweise dazu findet man im englischen Handbuch unter dem Punkt „Folder Sharing“

Kleines Update und Hinweis

Ich habe die Prozedur jetzt mit Windows 7 Professional 64-Bit und Ubuntu 9.10 Karmic Koala erfolgreich getestet. Eine Schritt-für-Schritt Videoanleitung von mir gibt es jetzt dazu auf YouTube!