Verwendung von DynDNS

Da ich in letzter Zeit relativ häufig damit zu tun hatte, möchte ich euch hier ein paar Informationen zum Thema DynDNS geben. Es ist ein nützliches Hilfsmittel, wenn man bei einer sich ändernden Internet-IP, eine feste Adresse für den Zugriff auf einen Dienst oder Netzwerk haben möchte.

1. Wozu DynDNS ?

Die meisten DSL Kunden haben das Problem, dass sich die eigene IP-Adresse im Internet in relativ kurzen Abständen durch den Internet Service Provider (ISP) immer wieder ändert. Für den Großteil der privaten Anwender ist dies auch nicht weiter wichtig, da es für den alltäglichen Gebrauch keine Rolle spielt. Sobald man jedoch von ausserhalb versuchen möchte, auf den eigenen PC oder sogar das gesamte Netzwerk (z.B. per VPN ) zuzugreifen, kommt man um den Einsatz eines DynDNS Dienstes nicht herum. Wer also für einen längeren Zeitraum oder sogar rund um die Uhr einen Service auf dem eigenen PC nutzen bzw. zur Verfügung stellen möchte, der muss die eigene IP-Adresse kennen. Eine Verbindung zu einem anderen PC im Internet kann nur über eine Domain oder eine IP erfolgen, wobei die Domain auch nur eine Art lesbare „Übersetzung“ der IP-Adresse ist. Hat man sich bei einem DynDNS Dienst registriert, kann man mit einer festen Domain wie z.B. MeinName.dyndns.org immer auf den eigenen PC zugreifen, egal über welche IP-Adresse er momentan im Internet erreichbar ist.

2. Einsatzgebiete für DynDNS

Welche Aufgaben lassen sich also damit vereinfachen? Hier ein paar Beispiele:

a.) Freunden einen oder mehrere  Ordner mit Dateien über das Internet freigeben, so dass diese Dateien herunterladen und/oder ablegen können. Das kann z.B. mit einem eigenen  FTP-Server auf dem heimischen PC umgesetzt werden. Ein gut konfigurierbarer Server ist z.B. der FileZilla Server von dem es auch den gleichnamigen FTP-Client gibt.

Seit längerer Zeit bringen Datenspeicher für Heimnetzwerke (NAS) einen FTP-Server gleich mit. Ich besitze einen ( „alten“ ) Fujitsu Siemens Activy Media Server 150, den ich dafür verwenden könnte. Aktuelle Geräte sind da bereits ausgereifter und bieten mehr Möglichkeiten in der Anpassung auf die eigenen Bedürfnisse.

b.) Eine eigene kleine Webseite. Diese Funktion stellen viele NAS Geräte bereits zur Verfügung. Bei meinem AMS 150 ist dies der Fall, leider kann der dort enthaltene Web-Server nicht vernünftig konfiguriert werden und bietet auch nur eine Unterstützung für HTML Dokumente. Wer einfach und schnell einen Webserver mit PHP und MySQL betreiben möchte, der kann z.B. XAMPP auf dem PC verwenden. Der Vorteil des Paketes besteht darin, dass es relativ einfach einzurichten ist und weit verbreitete Lösungen (wie z.B. den Apache Webserver, MySQL, FileZilla FTP-Server usw.) nutzt. Dadurch gibt es eine große Anzahl von Literatur, Anleitungen und Tipps dazu.

c.) Ein sinnvoller Einsatzbereich ist es auf jeden Fall, wenn man den eigenen PC  über VNC Programme (z.B. UltraVNC) oder RDP fernsteuern möchte. Auch kann man darüber seinen PC per WOL (Wake on LAN) über das Internet einschalten, insofern Router und Netzwerkkarte dies unterstützen.

d.) Web- bzw. IP-Cam aufrufen. Hat man eine Kamera direkt am DSL-Router (IP-Cam) oder am PC als normale USB-Webcam angeschlossen, kann man mit entsprechender Software darauf über das Internt zugreifen. Viele nutzen diese Möglichkeit, um Haus und Hof zu überwachen, auch wenn sie nicht vor Ort sind.

e.) SSH Zugriff auf ein Linux System

Es gibt noch viele weitere Anwendungsbeispiele ( ein eigener Team Speak oder IRC- Server uvm.) auf die ich, wegen des großen Umfangs, an dieser Stelle nicht eingehen kann.

3. Ein Beispiel – DynDNS.com

Einer der bekanntesten Dienste trägt auch den Namen DynDNS.com (englisch). So verfügen viele DSL-Router bereits über die Möglichkeit, die eigene sich ändernde IP an diesen Dienst automatisch zu übermitteln. Dieser Dienst leitet dann alle Aufrufe einer zuvor ausgewählten festen Domain an die aktuelle IP-Adresse des eigenen Rechners weiter. Wer einen DSL-Router besitzt, der diese Unterstützung noch nicht bietet, der kann z.B. für Windows ein kleines Programm von DynDNS.com (DynDNS Updater) nutzen, dass diese Aufgabe genau so übernehmen kann.

Darüber hinaus kann man sich auch bei dem Dienst einloggen und dort die aktuelle IP-Adresse abfragen. Das Produkt hat den Namen „Dynamic DNS Free“ und kann kostenlos nach einer Registrierung verwendet werden.

Die Einrichtung:

a.) Die Webseite www.dyndns.com aufrufen

b.) Entweder erst einen Account über den Link „Create Account“ erstellen und dann eine Domain aussuchen oder gleich im Bereich „Free Dynamic DNS“ nach einer passenden freien Domain suchen.

DynDNS01

Ich nutze hier die 2. Variante und wähle den Projektnamen „netzonline“ als Third-Level Domain, was also meist dem www entspricht. Im Anschluss wähle als  Second-Level Domain + Top-Level Domain (TLD)  Kombination die Vorgabe „dyndns.org“. Das kann ich passend zu meinem Vorhaben aus der Liste aussuchen, es ändert aber nichts an der Funktion.

DynDNS02

Übrigens, der hier im Beispiel angelegte Account existiert nicht mehr.

c.) Mit einem Klick auf  „Add“ gelange ich zu dem Dialog, um den Account anzulegen. Sollte z.B. der Projektname für die ausgesuchte Kombination bereits vergeben sein, so kann man einen anderen Projektnamen probieren oder aus der Liste einen anderen Eintrag auswählen.

Unter „Dynamic DNS Hosts“ sehen wir bei Erfolg die reservierte Adresse. In meinem Beispiel also netzonline.dyndns.org

In dem Formular darunter tragen wir einen frei wählbaren Benutzernamen (Username) und ein entsprechendes Passwort ein. Natürlich muss auch eine gültige E-Mailadresse angegeben werden, da an diese im Anschluss ein Bestätigungslink geschickt wird.

Insofern man keine Newletter erhalten möchte, kann man alle Häkchen entfernen. Lediglich das letzte „I agree with the acceptable use policy (AUP) and privacy policy.“ muss angehakt sein. Mit einem Klick auf „Create Account“  haben wir es fast geschafft. Es erscheint eine Seite, auf der wir hingewiesen werden, die bei der Registrierung angegeben E-Mailadresse abzurufen und auf den darin enthaltenen Link zu klicken.

DynDNS03

Der Link in der E-Mail muss innerhalb von 48 Stunden genutzt werden, da sonst die Registrierung verfällt. Der Bestätigungslink hat das Format:

https://www.dyndns.com/account/confirm/…

d.) Haben wir das getan, können wir uns auf der Webseite mit unseren zuvor angegeben Benutzerdaten anmelden. Unter dem Punkt „My Services“ rechts oben gelangen wir zu dem eingerichteten Dienst.  Unter „Host Services“ sehen wir jetzt unsere angelegte Adresse. Bei mir ist es also netzonline.dyndns.org

DynDNS04

Klicken wir jetzt auf unsere Adresse, können wir ein paar Einstellungen sehen. Hier sollte der Punkt: „Host with IP address“ ausgewählt sein.

DynDNS05

Besitzt man einen DSL-Router, in dem man den Dienst verwenden kann, sendet dieser die aktuelle IP-Adresse an DynDNS.com und es ist möglich diese über das Menü einsehen.

Als Beispiel mit einer kleinen Webseite auf meinem PC zuhause : Ich habe mich bei DynDNS angemeldet und diese Daten (Benutzername, E-Mail und Passwort) in meinem DSL-Router eingetragen.

Es sieht bei jedem Router anders aus
Es sieht bei jedem Router anders aus

Meinen Router habe ich so konfiguriert, dass er die Daten eines Webservers auf meinem PC (zu dessen IP in meinem heimischen Netzwerk) durchleitet (Standard Port 80). Ist mein PC also eingeschaltet und der Webserver läuft, so bekommt jeder über die Internetadresse netzonline.dyndns.org meine Webseite zu sehen.

Ein anderes Beispiel wäre der Zugriff per Fernsteuerung auf den PC meines Onkels. Auf seinem PC ist ein VNC-Server eingerichtet, der ständig läuft. In seinem T-DSL Router habe ich auch einen DynDNS Dienst eingetragen. Hat er also ein Problem und benötigt meine Hilfe, so logge ich mich bei DynDNS.com mit seinen Daten ein und kann mir unter Hostname seine IP-Adresse im Internet anzeigen lassen. Diese kann ich dann in meinen VNC-Client eintragen und mich mit seinem PC verbinden, um darauf Änderungen vorzunehmen. (Weitere Informationen gibt es in dem Artikel: Ubuntu und T-DSL)

4. Fazit

Die Nutzung eines DynDNS lohnt sich für viele Aufgaben (Fernwartung usw.). Trotzdem ist es für den heimischen Gebrauch von FTP, Web und Co. erst dann sinnvoll, wenn man eine Anbindung mit einem entsprechend hohen Upload zur Verfügung hat oder es sich nur um einen kleinen Personenkreis handelt, der darüber Zugriff bekommen soll. Ich mit meinem DSL6000 Anschluss  und einem Upload von ca. 0.5 MBit nutze es nur, um Freunden Dateien zur Verfügung zu stellen oder den Entwurf einer Webseite zu zeigen. Für den produktiven Einsatz macht es jedoch keinen Sinn. Da aber bereits eine Vielzahl DSL-Router die Nutzung solcher Dienste unterstützt, spricht es für sich, dass immer mehr Menschen solche Funktion nutzen.

Besonders mit der Entwicklung neuer Breitbandtechnologien wie VDSL usw. wird es sicherlich in Zukunft attraktiver, Dienste auf dem eigenen PC zur Verfügung zu stellen. Zu beachten ist, dass es für verschiedene Dienste notwendig ist, eine entsprechende Weiterleitung und Freigabe in der Firewall des Routers einzurichten.

Als Hinweis: Im Bereich „Support“ auf der Webseite von DynDNS.org  findet man FAQs und Tutorials. Leider stehen diese Information nur in Englisch zur Verfügung. Aktuell können über diesen Dienst kostenlos bis zu 5 Hosts angelegt werden. Wer mehr benötigt, muss dann auf die kostenpflichtige Variante wechseln.

Über Torsten

Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

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