Shared Webhosting oder eigener Server?

Irgendwann fägt jeder einmal an. Der Schritt zu einer eigenen Webpräsenz im Internet. Egal ob nun privat oder gewerblich. Bei uns begann es mit einer Fanpage zu einem PC Spiel und einem kleinen Webhostingpaket bei 1und1. Mittlerweile habe ich zwei Webhostingpakete und einen eigenen Managed Server bei All-Inkl. Zugegeben der Server kam nicht ganz freiwillig. Wie sich das Ganze so weit entwickelte, dass wir zu einem eigenen Server wechseln mussten, möchte ich euch hier berichten.

Meine erste eigene Internetseite bestand nur aus statischen HTML Dokumenten. Es handelte sich um eine Fanseite eines PC-Spiels, dass ich mit Leidenschaft gespielt hatte. Aus diesem Grund bestellte ich mir ein Shared Webhostingpaket. Es war günstig und bietete mir alles was ich zu diesem Zeitpunkt benötigt hatte. Einen Webspace,  Domain (3 Stück) inklusive und dazugehörige E-Mailadressen. PHP und MySQL war auch bereits dabei, obwohl ich dafür noch keine Verwendunug hatte. Ich registrierte mir erst einmal die 2 Domains 2x-pensive.de und netz-online.com.

Nach unserem ersten Urlaub in Dänemark, wollten wir unsere Tonnen an Fotos auch für andere Urlauber zugänglich machen. Also richteten wir das CMS eines Freundes auf einer Subdomain von uns ein. Das war mein erster Kontakt mit Datenbanken und PHP.

Nachdem sich die Fanseite des PC-Spiels ganz gut entwickelt hatte, sollte ein Forum hinzukommen. Da wir nicht wussten,ob es sich wirklich lohnen würde, entschlossen wir uns einen Freehoster auszuprobieren. So kamen wir zu Funpic.de.

Wir setzen eine Portalversion von PHPBB2 mit Communityfunktionen ein. Für den Anfang war es auch in Ordnung. Leider nervte die Layerwerbung ein wenig, aber dafür kostete es nicht einen Cent und war dafür gut ausgestattet.

Susi war irgendwie schon immer „Jäger uns Sammler“, wenn es um Smileys ging und so häuften sich tausende dieser bunten, hüpfenden, rollenden, tanzenden und was weiß ich noch… auf ihrer Festplatte an. Da kam sie auf die Idee eine eigene Smiley-Webseite zu erstellen. Sie hatte gesehen, dass es viele Sammlungen davon gibt, jedoch die wenigsten wirklich mit Liebe und Sorgfalt präsentiert wurden. Auch dieses Projekt legten wir auf Funpic.de an. Dort gab es die Möglichkeit, bei genügend Seitenaufrufen, ein anderes Projekt auf Funpic.de von der Layerwerbung zu befreien. So profitierte bald mein Forum von den steigenden Besucherzahlen auf Susis Smiliey-Seite.

Im Herbst 2006 kam ich auf die Idee eine eigene kleine Webseite über mich zu machen. Aus diesem Grund setzte ich unter torsten.netz-online.com das CMS Joomla auf. Irgendwie nutzte ich es dann aber doch wie einen Weblog. Da ich alle Möglichkeiten hatte und alles unter einem Hut haben wollte, zog mein Forum von Funpic zu meinem bezahlten Webspace bei 1und1 um. Es dauerte nicht lange und ich bekam eine E-Mail von 1und1 da ich zu viele Anfragen mit dem Portal verursachen würde. Erster Frust stellte sich ein.

Die Smiley-Seite hatte sich prächtig entwickelt und bekam immer mehr Besucher. Dementsprechend stieg auch der Traffic. Er war bereits zu hoch, um das Projekt auch auf einem Webhosting Paket von 1und1 zu hosten. Also sahen wir uns nach einem neuen Hoster um, bei dem wir mehr Trafiic, sowie ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben würden. Nach ein wenig Recherche kamen wir zu All-Inkl. Wir bestellten dort ein Webhostingpaket und zogen mit unseren Domains von 1und1, sowie der Smiley-Seite von Funpic.de dorthin um. Endlich hatte ich alles unter einem Hut und musste mir keine Sorgen wegen dem Traffic machen.

Alternative eigener Server

Es gab bis dahin keine Probleme und ich war sehr zufrieden. Im Januar 2008 bekam ich eine Mail vom Support von All-Inkl. Mir wurde mitgeteilt, dass unsere Smiley-Seite auf dem Shared Webhosting so viele Anfragen an dem Server verursachen würde, dass es bereits in absehbarer Zeit die anderen Kunden beeinträchtigen könnte. So blieb uns nur der Umstieg auf einen eigenen Managed Server. Wir hatten erst überlegt einen eigenen Root-Server zu mieten, doch meine Kenntnisse in diesem Bereich waren noch zu gering. Natürlich gibt es auch Oberflächen wie Plex oder Confixx zur Verwaltungm, aber die meisten wechseln zu einem Root-Server, um mehr Anpassungs- und Konfigurationsmöglichkeiten zu haben. Bei dem Managed Server ist die Verwaltung ähnlich wie die bei den Webhostingpaketen, nur dass es noch einige weitere Optionen gibt. So war der Umstieg nicht mit einer zu großen Umgewöhnung verbunden.

Unser Managed Server wird komplett vom technischen Support verwaltet, wenn es um Updates oder Wartung usw. geht. Es ist ein eigener Server auf dem nur wir als Kunde arbeiten. Einen SSH Zugriff haben wir nicht. Dieser wird jedoch auch nicht benötigt, da er so konfiguriert ist, wie wir ihn benötigen. Trotzdem kann ich im Gegensatz zu einerm Shared Webhosting Paket diverse Anpassungen kostenlos durch den Support vornehmen lassen. So habe ich z.B. Packprogramme zur Datensicherung aktivieren lassen, die Ausführzeiten wurden erhöht, ein eigener TeamSpeak2 Server installiert und so weiter. Aufwändigere Arbeiten an dem Server durch den Support wären dann allerdings kostenpflichtig.

Das spart natürlich sehr viel Zeit. Ausserdem müssen wir uns bei Problemen mit dem Server nicht selbst darum kümmern, da wir diese Dienstleistung mit bezahlen.

Jetzt möchte sich euch gerne aufzeigen, welche Vor- und Nachteile ein eigener Server bzw. Shared Wabhosting haben. Ein eigener Server bedeutet nicht immer unbedingt, dass man einen eigenen physischen Server (also als Hardware) besitzt. Dieser kann auch in Form einer Virtualisierung bereitsgestellt werden. Viele denken immer noch, das diese „virtuellen“ Server Nachteilig sind. Im Gegenteil. Sie können schneller auf neue und leistungsfähigerer Hardware migriert werden und wenn sie auf einem leistungsfähigen Cluster aufgesetzt sind, besitzen sie eine hohe Performance.

Vorteile eigener Server (dedicated, virtuell und managed)

  • erhöhte Unabhängigkeit
  • vielfältige Möglichkeiten der Anpassung
  • Nachinstallation von benötigten Diensten oder Programmen (z.B. eigener Teamspeak)
  • Trennung von anderen Kunden
  • Auslastung nach eigenem Ermessen (z.B. Einrichtung weiterer Server auf einer Maschine durch Virtualisierung, Einbindung von Chats usw.)
  • meist mehr  Traffic inklusive
  • Erweiterter Support
  • SSH Zugriff für Benutzerdefinierte Anpassungen und Einstellungen (ausser Managed Server)
  • mehrere eigene IPs möglich
  • größerer Webspace (Festplatten bis zu 1.000 GB)

Nachteile eigenere Server (dedicated, virtuell und managed)

  • teuer im Vergleich zu Shared Webhosting Angeboten
  • mehr Eigenverantwortung für Sicherung und Updates (ausser bei Managed Server)
  • durch fehlerhafte Konfigurationen kann es zu Ausfällen kommen (ausser bei Managed Server)

Bei uns finanziert sich der Server mittlerweile durch Werbeeinnahmen komplett allein. Aber auch wir hatten mit einem Shared Webhosting Paket begonnen.

Vorteile des Shared Webhosting:

  • günstig (bereits ab 0,99 Euro)
  • Updates und sonstige Administration wird durch den Hoster vorgenommen
  • bereits alles vorkonfiguriert
  • wenig Vorkenntnisse notwendig
  • große Anbieter stellen Homepagebaukästen und Anwendungen wie Gästebücher, Chats,Shops usw. zur Verfügung
  • relativ einfache Verwaltung über Weboberfläche

Nachteile Shared Webhosting

  • es liegen viele Kunden auf einem Server
  • keine individuellen Anpassungen möglich (z.B. Änderung von Skriplaufzeiten, eigene Sicherungsskripte usw.)
  • viele Anwendungen sind nicht gestattet, die den Server belasten (z.B. Chats)
  • weniger Traffic inklusive
  • weniger Webspace
  • Einschränkungen bei Verwaltung von FTP Zugängen, Cronjobs und MySQL Datenbanken
  • oft keine Möglichkeit eigene CGIs, Perl oder Python zu verwenden
  • keine eigene IP Adresse

Seit Kurzem bieten die großen bekannten Webhoster auch unlimitierten Traffic für ihre Webhostingpakete mit an. Das war früher größtenteils begrenzt.

Das mehrere Kunden auf einem Server liegen, ist ein Nachteil den ich schon selber öfters zu spüren bekommen habe. Wurde z.B. die Webseite eines anderen Kunden auf dem selben Server attakiert oder ein Kunde hat serverlastige Anwendungen eingesetzt, so hatte dies auch Auswirkungen auf meine Seiten. Das kann mit erhöhten Ladezeiten anfangen und bis zum Ausfall der eigenen Seiten führen.

Fazit:

Kommen wir also wieder zu der Frage in der Überschrift dieses Artikels. Ob man ein Shared Webhosting Angebot nutzt oder auf einen eigenen Server wechselt, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Das wären z.B. die monatlichen Gebühren, der Umfang des eigenen Vorhabenes und das eigene Vorwissen. Für den Anfang reicht sicherlich meist ein Webhostingpaket. Doch so wie es auch bei uns der Fall war, kann es ganz leicht passieren, dass man keine andere Alternative mehr hat als umzusteigen. Man sollte einen Wechsel nie überstürzen und sich vorher ausgiebig informieren, denn wenn man einmal einen Vertrag eingegangen ist, kann es bei vielen Hostern passieren, dass man erst nach vielen Monaten wieder wechseln kann.

Auf jeden Fall sollte man sich gut auskennen, je mehr man selber beeinflussen möchte. So betreue ich einen eigenen Root Server an der Universität. Auf ihm laufen z.B. ein selbst konfigurierter Webserver, MySQL, FTP, Samba und so weiter unter dem Linux Betriebssystem CentOS. Bevor ich mich jedoch daran gewagt habe, hatte ich mir eine entsprechende Umgebung virtuell mit VirtualBox eingerichtet und habe dort mein Wissen vertieft. Bei Problemen konnte ich alles wieder zurücksetzen oder neu einrichten. Ein eigener Server bedeutet halt auch immer mehr Verantwortung.

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

2 Kommentare zu Shared Webhosting oder eigener Server?

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