LTE – Die Zukunft des mobilen Internet?

In letzter Zeit habe ich ja doch schon öfters mit mobilem Internet zu tun gehabt. Aus diesem Grund sind mir immer wieder neue Artikel rund um das Thema LTE unter die Augen gekommen. Da kam die berechtigte Frage auf, was ist das eigentlich und was könnte es mir zukünftig bringen?

Der Traffic, also die Datenmengen, die durch die mobile Nutzung des Internets entstehen, wachsen stetig weiter. Geräte wie Smartphones und Co. wären bereits jetzt ohne eine entsprechende mobile Anbindung an das Internet nicht mehr denkbar bzw. interessant. Sich auch unterwegs in sozialen Netzwerken bewegen, der Kauf oder das Streaming von multimedialen Inhalten, E-Mails und die Suche im Internet gehören für viele Nutzer schon zum Alltag . Die LTE Technik könnte dies auf ein neues Level bringen, denn es ist möglicherweise sogar eine ernsthafte Alternative zum klassischen DSL Anschluss.

Ich lasse jetzt mal die technischen Details weg, die aus meiner Sicht für die meisten Anwender nicht von Belang sind, denn letzten Endes möchte man einfach wissen, was es im alltäglichen Einsatz für Veränderungen bedeuten kann. Kommen wir zuerst einmal zur Abkürzung LTE. Diese steht für Long Term Evolution. Allgemein gilt es als Nachfolger des bekannten Mobilfunkstandards UMTS (Universal Mobile Telecommunications System). Standards wie diese werden im Mobilfunksektor vom 3rd Generation Partnership Project verabschiedet (http://www.3gpp.org/). Vereinfacht gesagt, werden dort die technischen Spezifikationen festgelegt, damit Hersteller von Geräten und die Betreiber der Mobilfunknetze zusammen funktionieren.

Mein ALDI Webstick z.B. unterstützt maximal die UMTS-Erweiterung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access). Somit kann ich auch im Idealfall maximal (mit theoretischen) 7,2 MBit/s surfen. In der Praxis werden allerdings oft nur unter 4 MBit/s erreicht. Eine Spur schneller ist HSDPA+. Es bietet maximale Downloadraten von bis zu 28 MBit/s und 5,76 MBit/s als Upload.  Es gibt jedoch Nachteile bei der bisherigen UMTS Technik: Je mehr Teilnehmer gleichzeitig aktiv sind, desto langsamer wird es für den einzelnen Nutzer und es ist nicht flächendeckend verfügbar.

Vorteile von LTE:

LTE wird bereits in Stockholm und Oslo seit Ende des letzen Jahres getestet und zeigt, dass Tranferraten von 100 MBit/s beim Downstream und 50 MBit/s im Upstream bereits möglich sind. Theoretisch sollen bis zu 300 MBit/s als im Download und 75 MBit/s im Upload realisierbar sein. Der neue Standard nutzt mehrere Antennen für Senden und Empfangen. Darüber hinaus können mehr Teilnehmer pro Funkzelle versorgt werden und es werden weniger Basisstationen benötigt. Angestrebt wird eine Nutzung der freigewordenen Frequenzbereiche (Digitale Dividende).

Durch die höheren Bandbreiten und der Paketorientierten IP Architektur ist es geeignet für z.B. VoIP, Video- oder Musikstreams in HD Qualität. Dazu kommt die größere Reichweite. Da sehr kleine Latenzen von unter 5 ms möglich sind, ist es auch besonders geeignet für Onlinespiele, bei denen kurze Antwortzeiten zu Servern benötigt werden. Mit LTE wird auch der Einsatz für das mobile Internet in Fahrzeugen interessant, da es bereits in Tests bei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 170 Km/h (bei 70 Km/h im Durchschnitt) nutzbar bleibt.

Für die Nutzer könnte LTE wegen der hohen Bandbreiten eine Alternative für die unterversorgten abgelegenen ländlichen Gebiete werden. Dies soll, durch die Auflagen der Regulierungsbehörde für die Lizenzinhaber bei der Frequenzversteigerung, sichergestellt werden. Da die Anbieter erst in den unterversorgten Gebieten ausbauen müssen, wäre es auch ein Anreiz für Firmen und Unternehmen, die bisher nicht über einen DSL-Breitbandanschluss verfügen und eventuell zu Alternativen wie DSL über Satellit oder WiMAX greifen mussten.

Fazit:

Aber was bedeutet die neue Technik, wenn sie flächendeckend und erschwinglich für die breite Masse zur Verfügung steht? Der bisher notwendige Telefonanschluss für DSL wird überflüssig, denn LTE liefert direkt höhere Bandbreiten, als dies über DSL möglich ist und würde damit in Konkurrenz zur neuen VDSL Technologie stehen. Im Moment sieht es noch so aus, als ob die Anbieter die Gespräche über den bisherigen Handynetz-Standard und SMS Nutzung erhalten möchten, denn bei den meisten Tarifen gibt es Volumenbeschränkungen von 1 bis zu 5 GB, alles was darüber hinaus geht, wird dann auf GPRS-Niveau gedrosselt. Eine dauerhafte Nutzung mit hohen Bandbreiten, wie beim heimischen DSL, kann so also noch nicht stattfinden. Ich kann es aber den Nutzern nicht verdenken, dass man bei so vielen unterschiedlichen und undurchschaubaren Handytarifen auf eine Alternative hofft, die einem einen besseren Überblick über die Kosten und Leistungen verschafft. Wenn die Mobilfunkanbieter VoIP Dienste wie Skype zulassen, dann wird es interessant.

Ich werde die Entwicklung weiter beobachten, da Susis Eltern in ihrem Dorf ein gutes Beispiel sind. Sie würden gerne DSL nutzen, doch leider ist kein Ausbau möglich. Über meinen Stick waren bei einem Test nur maximal EDGE-Geschwindigkeiten möglich. Sollten die Frequenzen vergeben werden und Lizenznutzer mit dem Ausbau beginnen, wäre das eine nützliche Alternative. Es gibt bereits viele Webseiten, die sich auf das Thema LTE spezialisiert haben und viele nützliche Informationen dazu liefern. Dort wird man auch in Erfahrung bringen können, ab wann es für den eigenen Standort verfügbar sein wird und welche Unternehmen die neue Technik anbieten. Bis es jedoch real nutzbar ist, wird wohl noch viel Zeit vergehen.

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

1 Kommentar zu LTE – Die Zukunft des mobilen Internet?

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