Mal ehrlich – Blogger unter sich?

In den letzten Tagen gibt es ja viele Diskussionen zum Thema „Geld verdienen und Werbung in Weblogs“. Es ist auf jeden Fall ein wichtiges und interessantes Thema, zu dem ich auch bereits meine Meinung gesagt habe. Ich möchte bei all der knisternden Luft an dieser Stelle aber auf eine andere Sache zu sprechen kommen, die mir schon am Herzen liegt und die auch bestimmt für euch nicht unwichtig ist. Seit Ende 2009 nehme ich mir ernsthaft Zeit für mein Weblog und habe bisher viele andere Blogger kennengelernt. So habe ich bereits öfters gelesen, dass die deutschen Blogger nicht so gut „zusammenarbeiten“ wie es zum Beispiel in den USA der Fall ist. Aber ist das Klima unter den deutschen Bloggern wirklich so viel schlechter?

Ich muss eingestehen, dass es am Anfang erst einmal etwas Überwindung kostet, als Anfänger in anderen Blogs einen Kommentar zu setzen oder auf Twitter eine Nachricht zu versenden. Da stellen sich die meisten „Neublogger“ erst einmal die Frage: „Interessiert das die anderen Blogger überhaupt, was ich hier zu sagen habe?!“. Laut meiner Erfahrung bis jetzt, kann ich dies positiv beantworten. Von dem Großteil bekomme ich auch ein Feedback zu meinen Kommentaren.

Wenn es Probleme mit dem eigenen Blog gibt oder der Download eines interessanten PDFs wurde wieder gerade knapp verpasst, irgendein Anderer hilft meist. Da trudelt dann eine hilfreiche E-Mail ein und ich freue mich über die Hilfe.

Twitter

Es ist kein Problem, etwas Hilfe zu bieten oder in Anspruch zu nehmen. Wenn wieder das eigene Layout im Browser plötzlich zerschossen ist und man wie immer nichts gemacht hat, dann kann meist auch mit Hilfe gerechnet werden. Es findet sich immer jemand, der schnell nachschaut und einen Hinweis gibt oder die richtigen Fragen zur Fehlersuche stellt.

Außerdem kommt auch der ein oder andere Scherz nicht zu kurz. Ach kommt schon, wir Deutschen haben doch etwas Humor oder? Darüber hinaus bekomme ich auch durchaus ein Danke, wenn ich jemandem geholfen habe, eine Rezension zu einem Buch oder ähnlichem geschrieben habe oder ein #ff oder RT fällig war.

Fazit

Mein persönliches Resümee ist bis zum jetzigen Zeitpunkt durchweg positiv. Ich empfinde die Stimmung als relativ offen und locker. Es gibt unter den Bloggern die ich kenne, keinen fiesen Neid in Bezug auf Besucherzahlen oder Einnahmen. Naja, neidisch ist man schon, aber der Unterschied besteht darin, dass man es dem anderen gönnt.

Alle leisten ihren Beitrag und es wird immer noch fleißig auf einander verwiesen und verlinkt, wenn ein anderer Weblog guten Content anbietet. Die Diskussionen zu Themen über das Betreiben eines Weblogs sind zahlreich und zeigen auch eine gegenseitige Unterstützung. Ich bin jetzt auch noch nicht so lange dabei und hoffe, dass mein Eindruck sich nicht ändert, da es so im Moment auch Spaß macht. Wenn wir ehrlich sind, dann ist das eigene Kommentar oder die Erwähnung von anderen Bloggern auch nie uneigennützig. Trotzdem denke ich, dass es nicht möglich ist, dies lange zu betreiben, wenn nicht auch ein Großteil Interesse und gute Atmosphäre dahintersteckt. Wenn ich es auf den Punkt bringen soll, dann würde ich sagen: „Das Geben und Nehmen unter den deutschen Bloggern funktioniert.“

Es würde mich freuen von euch zu hören (lesen), wie ihr die Stimmung und das Verhältnis der Blogger untereinander einschätzt?! Bin echt gespannt ;)

 

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

9 Kommentare zu Mal ehrlich – Blogger unter sich?

  1. Ich sehe das eigentlich genau wie du auch. Zwar gibt es auch unter den deutschen Bloggern das ein oder andere schwarze Schaf oder den ein oder anderen abgehobenen, aber größtenteils wird man doch sehr freundlich angenommen!

    Meine Erfahrungen zeigen, dass man Hilfe und Feedback eigentlich immer recht schnell bekommt, gerade als Anfänger und vor allem bei über Twitter geknüpften Kontakten.

  2. Ich bin ja schon ein Jahr länger aktiv in der Blogosphäre unterwegs und muss sagen, dass man sich mit der Zeit einfach kennen und auch irgendwie „lieben“ lernt. Habe vorher nie so viele und vor allem auch hilfsbereite Personen kennengelernt wie beim Bloggen ;-)

  3. Vielleicht weil „Geld verdienen“ ein Thema ist, das so viele interessiert und den Leuten zum „Sommerloch“ nichts mehr besseres einfällt?

  4. Ich schätze mein Verhältnis zu anderen Bloggern als gut ein. Es macht mir Spaß Teil der deutschen Blogosphäre zu sein. Schon viele nette Kontakte und viele hilfreiche Hinweise habe ich dadurch bekommen. Zeit für ein großes Dankeschön an die Leser und Kommentatoren meiner Blogs!

    Lästig sind jedoch Spamkommentare. Das kostet Zeit, die ich lieber für das Bloggen oder andere, schöne Dinge verwenden würde.

    Das die deutsche Blogosphäre lebt, zeigen auch solche Veranstaltungen wie das diesjährige WordCamp am 3. Juli in Berlin. Sehen wir uns dort?

    Mit der amerikanischen kann ich die deutsche Blogosphäre nicht vergleichen. Da fehlen mir die Erfahrungswerte.

  5. Hi,
    ich blogge schon eine Weile und sehe deutsche Blogosphere am Entwickeln. Es wird kommuniziert, gebloggt und verlinkt. Es werden neue und alte Themen erneut behandelt, was auch hilfreich ist. In Zeiten von Twitter, Facebook und Co. vermischt sich alles ein bisschen, aber man kommt immer wieder zu den Blogs zurück. Was nützen uns die ganzen Social Networks, wenn wir doch Blogger sind. Ohne Blogs läuft nicht viel im Internet. Wir zeigen die Neugier, wir entdecken, recherchieren und sind interessiert. Wir helfen und kommunizieren, stärken somit das Blogger-Netzwerk durch gemeinsame Aktionen im Web.

    Nach über 2 Jahren meines Bloggerdaseins geht man die Kommentare auf Blogs durch und man kennt allein schon anhand der Gravatar-Bildchen sehr viele Kommentatoren. Es ist ein gutes Gefühl ;-). Dass man ein eigenes Blog betreibt, ist doch schon etwas Besonderes. In der Offline-Welt versteht es nun mal kaum jemand und man wird als Freak bezeichnet, was nun mal kein Kompliment ist. Ich merke allgemein, dass es offline nicht erwünscht ist, dass jemand viel über das Internet und Co. weiss bzw. darüber spricht.

    Das Thema Geld Verdienen + Blogs ist nun mal ein interessanter Sektor, welcher immer wieder ins Gespräch gedrängt wird. Ich finde es i.O. Jeder macht was er kann und wie es ihm passt. Die Kommunikation unter den Bloggern besteht weiterhin. Neulich las ich wieder was von dem Trackback-Problem bei Piet. Dieses Problem setzt uns etwas zu, denn diese Art der verlinkenden Benachrichtigung brauchen wir. Ansonsten denke ich, dass es in der deutschsprachigen Blogosphere soweit alles im grünen Bereich ist.

  6. @Dieter: Sorry, ich hatte die Frage erst jetzt ein deinem Kommentar bemerkt. Zum WordCamp werde ich nicht anwesend sein. Zeitmangel. Erfahrungen mit der englischen Community habe ich nicht direkt, aber es ist schon etwas anders, wenn man einfach ein wenig auf englischsprachigen Blogs mitliest.

    @Alex: Also ich habe bis jetzt noch nichts Negatives zu hören bekommen, wenn ich erzählt habe, dass auch ich blogge. Das liegt aber auch daran, dass viele Menschen nicht wissen, was es eigentlich ist.

    Ansonsten finde ich es schön, dass ihr im Allgemeinen auch ein positives Resümee zieht. Das mit den Trackbacks ist allerdings wirklich ein Problem, besonders wenn man als relativ neuer Blog über Verweise sehr dankbar ist. Das andere nervige Thema ist jenes des „nofollow“ Werts für das rel-Attribut. Aber mein Hauptanliegen war eigentlich die perönliche Ebene zwischen den Bloggern. Da lernt man auch als Neulig viele andere kennen und sieht sich regelmäßg bei Kommentaren und auf Twitter.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. t3n.de/socialnews

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