Sensible Daten mit TrueCrypt verschlüsseln

Jeder von uns hat sensible Daten auf seinem Rechner, egal ob diese privater oder geschäftlicher Natur sind. Die Betriebssysteme bieten bisher keine ausreichenden (zum Beispiel BitLocker bei den größeren Windows Versionen ab Vista) bzw. keine Lösungen für die sichere und flexible Verwahrung wichtiger Informationen an. Das kann von den eigenen Zugangsdaten für Onlinebanking, bis hin zu Geschäftsunterlagen reichen. So gibt es zwar über diverse Tools auch Möglichkeiten, einzelne Dateien mit einem Passwort gesichert zu packen oder einzeln zu verschlüsseln, doch leider ist diese Alternative zu aufwendig, zeitraubend und wenig effektiv.

Eine kostenlose und zuverlässige Lösung bietet hier das Programm TrueCrypt. Es ist in der Lage Daten on-the-fly, also direkt zu ver- und entschlüsseln. Ein großer Vorteil des Programms besteht darin, dass es kostenlos für mehrere Betriebssysteme zur Verfügung steht (Windows 7/Vista/XP, Mac OS X, und Linux). So können die verschlüsselten Daten auf verschiedenen Systemen genutzt werden.

Einige meiner Freunde benutzen es und auch ich hatte es auch an der Universität zum Einsatz gebracht. Da am 19.07. die neue Version 7 des Programms erschienen ist, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen und es euch kurz vorstellen.

Was sind die Hauptmerkmale von TrueCrypt?

  • Die Verschlüsselung von kompletten Festplatten, Partitionen (auch für Betriebssysteme) und Wechseldatenträgern (z.B. USB Sticks)
  • Es können Dateien (Container) angelegt werden, in denen eine virtuelle verschlüsselte Festplatte erzeugt wird, die wie ein echtes Laufwerk eingebunden werden kann. So können Daten in einem sicheren Bereich, auf einem an sich unverschlüsselten Datenträger verwaltet werden.
  • Zusätzliche Sicherheit durch Schlüsseldatei
  • Bestehende Partitionen können nachträglich verschlüsselt werden, ohne existierende Daten zu verlieren
  • Mit pre-boot authentication kann eine Windows-Partition schon vor dem Start mit einem Passwort gesichert werden
  • Automatische Verschlüsselung mit hoher Lese und Schreibgeschwindigkeit in Echtzeit (on-the-fly)
  • Plausible deniability – es ist möglich, einen verschlüsselten und versteckten Bereich in einem anderen existierenden verschlüsselten Bereich anzulegen. Wird man also dazu gezwungen den Zugriff auf verschlüsselte Daten freizugeben, sieht die außenstehende Person die weniger wichtigen Daten, die er sehen soll, hat aber keinen Einblick in die darin weiter versteckten und verschlüsselten Daten
  • Es kann Daten und komplette Betriebssysteme verstecken (hidden volumes)
  • Nutzung von bekannten und sicheren Verschlüsseungsalgorithmen wie: AES-256, Serpent und Twofish

Das Programm muss z.B. für den Betrieb unter Windows nicht extra installiert werden, sondern kann auch portabel von einem USB Stick gestartet werden (traveler mode). Die Installationsdatei beinhaltet nur die englische Sprache. Wer es auf deutsch umstellen möchte, findet dazu auch eine deutsche Sprachdatei auf der offiziellen Webseite.

Ihr könnt diese direkt aus dem Programm heraus aufrufen (Settings -> Language -> Download Language Pack). Einfach die ZIP-Datei herunterladen und in das Installationsverzeichnis von TrueCrypt entpacken.

Download und Infos

Das Programm könnt ihr euch von der Projekthomepage herunterladen http://www.truecrypt.org/. Dort findet ihr auch die online Dokumentation (leider nur auf englisch).

Weitere Informationen auf Deutsch findet ihr auch auf Wikipedia

Eine kostenpflichtige Alternative, die auch empfehlenswert ist, wäre DriveCrypt

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

2 Kommentare zu Sensible Daten mit TrueCrypt verschlüsseln

  1. Ha, und da fällt mir gleich wieder der interessante Fall eines ehemaligen Kollegen ein, der seine Festplatte, bzw. wenn ich mich richtig erinnere, eine Partition, auch verschlüsselt hat. Scheint ja auch alles gut funktioniert zu haben, zu gut würde ich sagen.
    Nach einem Urlaub hatte er das Passwort vergessen, und zwar nicht nur vorübergehend. Nein… absolute Gedächtnis-Lücke!
    Tja, alle Daten weg, großes Trara von wegen wichtigen Dokumenten… Urlaubsfotos… Mails… ich muss nicht alles aufzählen.
    Meine letzte Information über den Fall ist, daß die Festplatte im Schrank liegt mit der Hoffnung das es eines Tages einen Gedankenblitz gibt und ihm das Passwort wieder einfällt.
    Verschlüsselung ist eine geile Sache.. nur bitte… Passwort sichern! Safe, Bankschließfach, Tätowierung an der Fußsole… egal wie!
    Aber als Trost..: Auch wenn’s Passwort weg ist, die Daten sind sicher, wenn auch für alle und ewig. ;-)

  2. Na dann tut es ja genau das was es soll ;)

    Tja, Passwort weg = Super Gau … der arme Kerl, aber kurz grinsen musste ich trotzdem. So dumm kann es also manchmal doch laufen

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