Der Umstieg auf einen eigenen Server

Regelmäßig halte ich Ausschau nach Angeboten bei den Servern der Webhoster. Da wir bereits 8 eigene Webseiten betreiben (2 davon werden seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt), wollen wir uns frühzeitig Gedanken wegen eines weiteren Wechsels von dem Shared Webhosting auf einen eigenen Server machen. Aktuell läuft nur ein Projekt auf einem Managed Server und 5 weitere als Webhosting Paket auf All-Inkl . Unsere privaten Blogs haben wir bei 1blue gelagert, ob dies jedoch auf Dauer für zwei WordPress Blogs ausreicht, wage ich zu bezweifeln. Die Schmunzelbiene entwickelt sich sehr gut ;)

Wann sollte der Wechsel in Betracht gezogen werden?

Das Schlimmste, was einer Webseite natürlich passieren kann, ist der Verlust von Daten. Aus meiner Sicht kommt allerdings der Ausfall der Webseite oder eine „böse“ Mail des Webhosters direkt davor. Spätestens bei dem Erreichen einer höheren Popularität und der damit verbundenen höheren Besucherzahl, wird man um die Überlegung, einen eigenen Servers zu mieten, nicht herum kommen. Das Spielchen hatten wir ja selbst schon einmal im Januar 2008 durch. Eine höhere Besucherzahl kann zwei Folgen haben: a) der Traffic steigt und b) die Anfragen an den Server steigen. Das ist natürlich davon abhängig, was ihr auf eurer Seite als Content anbietet. Auf einer Webseite mit Smilies, die auf anderen Webseiten eingebunden werden dürfen, ist es natürlich auch der Traffic, allerdings überwiegt hier deutlich die Masse der Anfragen. Da hat der Server mächtig zu arbeiten und die Auslastungskurve geht nach oben. Da es bereits viele Root- ,Managed und vServer Angebote mit reichlich Traffic inklusive (z.T. unbegrenzt) gibt, ist es also die Leistungsfähigkeit der Hardware, die hier eine entscheidende Rolle spielt. Bei dem Webseitenprojekt, welches wir auf unserem Managed Server zu liegen haben, ist das zum Beispiel der Fall. Der Traffic ist unbegrenzt, aber angesichts der hohen Zugriffszahlen, müssen wir immer ein Auge auf die Auslastung haben. Da wir ein weiteres ähnliches Projekt noch auf einem Webhostingpaket zu liegen haben, kann es ganz schnell passieren, dass wir auch dort wieder einen Umzug in Betracht ziehen müssen. Dafür haben wir noch viel Spielraum, jedoch sollte man nie warten, bis nichts mehr geht. Ein paar Informationen zum Einsatz eines eigenen Servers, im Vergleich zum Webhostingpaket hatte ich hier bereits in einem Beitrag zusammengestellt.

Nicht warten bis es zu spät ist!

Da wir den Ärger mit einem mehr oder weniger unfreiwilligen Umzug kennen, möchte ich euch hier ein paar Gründe nennen, wie und warum ihr euch rechtzeitig darüber Gedanken machen solltet:

Behaltet die Ladezeiten eurer Webseite im Auge

Habt ihr nichts an eurer Webseite geändert und sie braucht zusehends länger für den kompletten Aufbau, dann solltet ihr bereits wachsam werden. Für den Firefox gibt es zum Beispiel das Page Speed Add-On von Google (benötigt das Firebug Add-On). Es zeigt euch die Ladezeit der einzelnen Elemente eurer aktuellen Webseite an. Da es aber auch an eurer eigenen Internetleitung liegen kann, könnt ihr zum Beispiel den Server Speed Check von HTML-World nutzen. Es passiert manchmal schneller als man denkt, dass es steigende Besucherzahlen oder Anfragen an den Webserver gibt und dieser dann an seine Leistungsgrenze kommt. Dies könnt ihr ohne eigenen Server leider nur an der Ladezeit sehen.

Abwägung des Hinzufügens neuer Funktionen auf der Webseite (Plugins, Module, Skripte etc.)

Je mehr Funktionalitäten eure eigene Webseite besitzen oder unterstützen soll, desto mehr hat natürlich auch der Server zu tun. Überlegt also im Vorfeld, ob ihr eine neue Funktion unbedingt benötigt, oder ob es mal wieder nur eine Spielerei ist. Bei Firmenwebseiten kann es natürlich schneller passieren, dass ein neues Feature für die Kunden eingebunden werden soll.

Warum rechtzeitig darüber nachdenken?

Ist ein bereits zu spät, gibt es meist eine E-Mail eures Webhosters. Dieser wird euch darin informieren, dass eure Seite zu viele Ressourcen verbraucht und dies zu Lasten der restlichen Kunden auf dem Webserver geht. Jeder Hoster bietet andere Alternativen:

  • eure Seite geht offline
  • eure Seite wird temporär auf einen anderen Server verlegt

Der erste Fall ist der „Worst Case“, da die Seite nicht mehr erreichbar ist. Im zweiten Fall kann es wegen dem Umzug zu einem kurzzeitigen Ausfall kommen. Mit Sicherheit wird euch der Hoster auffordern etwas zu unternehmen. So stehen euch oft nur drei Alternativen zu Auswahl:

  • Plugins, Skripte und Module deaktivieren oder löschen, die zu viel Leistung benötigen
  • auf ein größeres Paket oder einen eigenen Server des aktuellen Hosters wechseln
  • den Hoster wechseln und ggf. einen eigenen Root-, Managed oder vServer mieten

Lösung #1 bringt in den wenigsten Fällen etwas. Lösung #2 ist die schnellste Variante, aber leider nicht immer die günstigste Alternative. Lösung #3 kann euch im Vergleich zum alten Hoster viel Geld einsparen, dauert aber dafür wesentlich länger, da erst ein neuer Vertrag geschlossen und die Domain übertragen werden muss.

Wie ihr seht, ist es die Zeit die euch im Nacken sitzt. Die von dem alten Webhoster angebotenen Zeitfenster sind meist nicht sehr groß, so dass viele Kunden überstürzt ihr Paket wechseln oder zu einem anderen Hoster gehen ohne in Ruhe zu vergleichen.

Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits rechtzeitig Ausschau nach einer neuen Alternative zu halten. Dabei solltet ihr:

  • ein Liste erstellen, welche Ressourcen am wichtigsten sind (Traffic, RAM, Speicherplatz, Prozessor usw.) – es ist hilfreich es nach Priorität zu sortieren
  • sammelt Informationen, welche Servervariante für euch in Frage kommt und welches „Know-How“ dafür notwendig ist
  • Vergleichsportale zu Webhostern nutzen und Angebote zu Root-, Managed oder vServern abgleichen
  • auf Portalen nach Testberichten und Informationen zu dem Dienstleister suchen
  • Rezensionen von Kunden oder ehemaligen Kunden zu einem Hoster ansehen (je mehr, desto besser)
  • Schaut euch an, seit wann es den Anbieter bereits gibt

Der Preis und die Bekanntheit eines Webhosters sind nicht immer eine Garantie für gute Leistung. Es können auch lokale und kleinere Anbieter genau das Produkt zur Verfügung stellen, welches für euch zutreffend ist.

Wie ihr seht, gibt es doch einige Punkte zu beachten bzw. Fragen die man sich stellen sollte. Das ist besonders wichtig, wenn man ein umfangreicheres Projekt plant und mit einem Webhostingpaket aus Kostengründen startet. Ihr solltet also rechtzeitig alle notwendigen Informationen sammeln, um dann z.B. auf einen eigenen Rootserver zu wechseln.

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

5 Kommentare zu Der Umstieg auf einen eigenen Server

  1. Hallo Torsten, danke für diesen Artikel.
    Für mich als Hoster ist es natürlich sehr interessant zu lesen wie „Nutzer“ an das Thema – ab wann brauche ich einen eigenen Server – ran gehen. Aus Erfahrung weiß ich, daß nicht viele so strukturiert überlegen was Sie benötigen.

    Je nach Umfang des Projektes würde ich auf die SLAs des Providers achten (wenn es welche gibt) und schauen ob es für den Notfall persönliche Ansprechpartner gibt. Diese Tipps gelten aber eher für größere Projekte.

  2. Hallo Marco,

    natürlich muss jeder Webseitenbetreiber andere Dinge priorisieren. Aber ich dachte, dass es dem einen oder anderen Webworker schon einmal ähnlich erging. Wir haben für uns ja auch erst durch den Streß gelernt. Jetzt wissen wir, dass man es zwar nicht komplett, aber zumindest in einigen Bereichen, verhindern bzw. vereinfachen kann.

    Gruß Torsten

  3. Schöner Artikel! Auch meine Internetseitenanzahl steigt und steigt und ich bin mittlerweile bei 3 verschiedenen Anbietern. Langsam lohnt sich bei mir auch wohl auch ein Server..

  4. Danke für den schöner Artikel!

    Ich kann die geschilderten Probleme fast genau nachvollziehen. Bei einer meiner Seiten war der Ansturm so groß, das meiner Hoster mir auch zu einem ManagedServer geraten hat. Ich habe mir dann verschieden Anbieter angeschaut, bin aber doch bei meinem alten Hoster Goneo.de geblieben. Da dort das Preis-Leistungsverhältnis für sich sprach.

    Die Entscheidung auf einen Server zu wechseln, hätte auch nicht später kömmen dürfen und ich bin jetzt sehr zufrieden.

  5. @Chriz und @Ralf – Ich finde es immer wichtig, sich rechtzeitig Gedanken zu machen. Es gibt eine so große Anzahl an Dienstleistern in diesem Bereich, dass es doch einige Zeit in Anspruch nimmt, dass passende Paket für die eigenen Bedürfnisse zu finden. Wenn man dann eventuell unter Termindruck steht, macht es die angelegenheit nicht unbedingt einfacher.

    Gruß Torsten

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