Das Auge isst mit – Wie wichtig ist das Blog-Design?

Beim heutigen Webmaster-Friday geht es um die Frage „Wie wichtig ist das Blog-Design?„. Für mich ist es ein wichtiges Kriterium und trägt mit dazu bei, welchen Gesamteindruck ich mir von einem Blog bilde. Natürlich bringt mir auch das schönste Design nichts, wenn der Content etwas für die Mülltonne ist. Anders herum kann ich schon eher ein Auge zudrücken, wenn es wirklich interessante Inhalte in einer fiesen Verpackung gibt. Das Design eines Blogs, ist wie das Salz in der Suppe – ist zu wenig vorhanden, ist es fad und ist zu viel dran, dann ist es auch verdorben. Es ist oft nicht leicht, die richtige Mischung zu finden.

Einzigartigkeit

Was für mich wirklich sehr wichtig ist, das ist die persönliche Note und die Einzigartigkeit. Ich mag zum Beispiel für unsere Projekte, keine Templates „von der Stange„. Da bin ich mit Susi einer Meinung. Wir möchten uns von anderen Blogs abheben und legen deshalb großen Wert auf eine individuelle Gestaltung. Aus diesem Grund haben wir für unsere Blogs Netz-Online, Schmunzelbiene und Blogfix ein eigenes Design. Es trägt zur Identität des Blogs bei. Mir ist es schon oft vorgekommen, dass ich einen Blog besucht habe und dachte ich sei falsch, da ich das Design 1:1 von einem anderen Blog her kenne. Ich glaube dieser Eindruck ist nicht wirklich beabsichtigt oder?!

Man muss kein Designprofi sein

Wie ich schon oft betont habe, bin ich in Sachen Grafik eine Niete ;) Aus diesem Grund bin ich froh, dass Susi dafür ein Händchen hat. Bevor ich mir aber etwas Eigenes zusammenwürfel, würde ich dann im Notfall doch auf ein Design von der Stange zurückgreifen und etwas anpassen. Oft machen Kleinigkeiten schon den Unterschied aus. Ein eigenes Bild oder Foto für den Kopfbereich, etwas die Farben anpassen, dies sind nur wenige Maßnahmen, die sich z.B. in WordPress einfach ohne spezielle Kenntnisse ändern lassen. Trotzdem möchte ich sagen, dass ich ein fertiges, schönes und kostenloses Design bevorzuge, als ein Beispiel an „Beleidigung für die Augen“ zu fabrizieren.

Was viele Blogger aus meiner Sicht immer noch falsch machen, ihr solltet nie Freunde oder die Stammleser fragen, ob ihnen das Design gefällt. Meist wird aus Höflichkeit gesagt „Sieht sehr hübsch aus!“ und in Wirklichkeit ist es besser, die Sonnenbrille bei der Mischung von grellem Gelb, Grün und Rot aufzusetzen. Jeder sollte versuchen, objektiv einen selbstkritischen Blick auf das eigene Design werfen zu können. Wer sich nicht sicher ist, sollte seine Leser fragen. Dazu aber bitte möglichst keine allgemeine Frage stellen, wie z.B. „Findet ihr meine Seite hübsch?“, sondern es sollten entweder mehrere Fragen sein (Lesbarkeit, Übersichtlichkeit usw.) oder ihr formuliert eine offene Frage, in der die Leute begründen sollen, was ihnen gefällt und was nicht. Konstruktive Aussagen zu bekommen ist ein gutes Ziel und nicht das, was man selbst hören möchte ;)

Über Geschmack lässt sich streiten!

Wohl wahr, keiner von uns kann es allen Besuchern recht machen. Der eine mag es schlicht und klar strukturiert und andere lieben es bunt mit viel bling bling! Ich bin kein Designer, aber es gibt nun einmal Dinge, auf die ein Besucher achtet und die in seinem Kleinhirn auslösen – gefällt mir oder gefällt mir nicht. Das beste Beispiel ist der Goldene Schnitt! Wenn ich der Meinung bin, dass mir ein schwarzer Hintergrund, mit einer mikroskopischen und giftgrünen Schriftart gefällt, dann ist es mein gutes Recht. Trotzdem darf ich mich nicht wundern, wenn es viele meiner Leser abschrecken würde.

Abgesehen von Farben, Schriftarten, animierten Elementen usw. lässt sich jedoch über einige Dinge nicht streiten. Dazu gehören Übersichtlichkeit, Lesbarkeit und Navigation. Eine Seite, auf der ich die Navigation nur mit einer Wünschelrute erst finden muss, ist aus meiner Sicht nicht gerade ein Beispiel für Benutzerfreundlichkeit, oder?! Wenn die Spalten für die Werbung mehr Platz einnehmen, als die des Inhaltes, dann frage ich mich auch, was das soll. Geschmack ist eine Sache und Usability ist eine andere. Das wird bei der Diskussion um das Design einer Seite meist gern vom „Künstler“ vergessen.

Für wen mache ich das Design?

Da kommen wir dann auch nahtlos zur nächsten Frage. Für wen erstellen einige Blogger ihre Seiten? Ein Blinken und Wuseln auf der Seite, unübersichtlich und schlecht strukturiert. Auf Blogfix habe ich mir dazu z.B. die Frage gestellt „Sind Besucherzähler noch zeitgemäß?“. Das hat jetzt nicht direkt etwas mit dem Design zu tun, aber es passt zu der prinzipiellen Frage, für wen ich etwas mache bzw. wer damit klarkommen soll. Ist ja schön, wenn mir mein Design gefällt, aber sobald meine Besucher die Seite nach 2 Sekunden wieder schließen, weil sie von dem Farbcocktail blind werden, sollte ich mir Gedanken machen!

Design vs. Content

Diese beiden Dinge gehören zusammen. Das Design muss auch zum Inhalt passen. Ich möchte jetzt nicht in eine interne Lobhudelei übergehen, aber ich denke, dass Susis Blog ein schönes Beispiel ist. Das Design ist feminin und man sieht schnell, dass es (hauptsächlich) Frauen ansprechen soll. Ich denke, es ist Common Sense, dass eine Webseite eines Bestattungsunternehmens nicht knallbunt sein sollte und man bei der Seite eines Kindergartens nicht unbedingt eine Dominanz von Grau erwartet. Je nach dem Thema, hat der Besucher eine bestimmte Erwartungshaltung.

Fasst euch an die eigene Nase!

Wer mir mit dem Spruch kommt, dem kann ich sagen „Zu spät!“ Susi kribbelt es schon länger in den Fingern, ein neues Design für Netz-Online zu basteln. Auch ich finde einige Dinge, die mich bei unserem aktuellen Design nicht 100%ig glücklich machen. Trotzdem bin/war ich damit zufrieden. Unsere Besucher wussten wirklich „Ja, hier bin ich auf Netz-Online“ ;)

Wie also machen?

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung kann ich nicht geben und es gibt  Experten, die da echtes Know-How haben. Ich kann euch nur sagen, wie ich vorgehe. Für alle die sich unschlüssig sind und keine eigenen Ideen haben, ob das eigene Design „gut“ ist: Eine sinnvolle Vorgehensweise ist es, sich auf anderen Blogs umzusehen. Dabei sollte man ruhig aus dem eigenen Themengebiet ausbrechen und über den Tellerrand sehen. Dann findet man sicherlich Seiten, die einem persönlich gut gefallen und man stellt sich die Frage „Warum finde ich diese Seite eigentlich schön?“. Mit den sich daraus ergebenen Antworten, ist es zumindest möglich, sich ein kleines Konzept zu überlegen. Trotzdem bitte immer daran denken, es gibt einen Unterschied zwischen „sich inspirieren lassen“ und simples kopieren! Im Notfall ist es auch keine Schande jemanden zu fragen, der davon mehr Ahnung hat ;)

Über Torsten
Mein Name ist Torsten. Ich hoffe der Artikel hat dir gefallen und über ein Feedback von dir würde ich mich sehr freuen.

4 Kommentare zu Das Auge isst mit – Wie wichtig ist das Blog-Design?

  1. Hi Torsten,
    danke für Deinen Beitrag.
    Klar, Design ist wichtig, ich bin aber der Meinung, dass man es nicht übertreiben sollte, lieber diese Zeit schön in guten Content stecken.

    Guter Content = Mehr Besucher (oder häufiger)

    Eine schicke Seite bringt ja auch nichts, wenn Sie keiner sieht, oder ? :-)

    • Gallo Gugle500, ich habe ja auch nicht geschrieben, dass Design das wichtigste Element ist. Aus diesem Grund habe ich ja auch geschrieben, dass es wie Salz in der Suppe ist und ich einem Blog mit einem guten Content den Vorrang geben würde. Ein gutes Design muss auch nicht mega aufwändig sein. Es gibt zahlreiche Beispiele für elegante und schlichte Designs. Letzten Endes kann aber ein schlechtes Design auch vom Content ablenken. Deshalb ist auch meine Kernaussage, dass es die richtige Mischung macht und einfach ein stimmiges und gutes Gesamtpaket ergeben muss, oder?

  2. Ein ansprechendes Design hält mich als zufälligen Besucher die paar Sekunden länger auf der Seite, die es einfach braucht um mich in die Überschriften einzulesen. Sicher ist der Content das Wichtigste, aber das Design ist der Eyecatcher und sorgt für mehr Aufmerksamkeit. Es ist defintiv wichtig!

  3. Ich denke, es ist wie bei der ersten Begegnung mit einem neuen Menschen. Wenn das Aussehen den ersten Eindruck versaut, dann bleibt man zunächst skeptisch (was im Netzverhalten heißt, dass man auch gern wieder wegklickt).
    Aber solange das Thema interessant ist, nehm ich auch das grottige Design in Kauf.
    Und um ehrlich zu sein, gibt es nur sehr wenige Blogs, bei denen ich am Design nix auszusetzen hab.

    Schöner Artikel.

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  1. Links des Tages vom 22.10.2010 » blog-design, Facebook, fonts, Foto-Software, google, Schwarzsurfen, Spiel, Steueroase » Digital Life

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