Eigener Linux-Desktop für Russland?

Gleich auf zwei Gründen basiert die angekündigte Entwicklung eines eigenen Linux-Desktops für Russlands Behörden: Mehr Sicherheit für die Allgemeinheit sowie gänzliche Unabhängigkeit vom amerikanischen Betriebssystem Windows werden mit dem rund 3,5 Millionen schweren Technikprojekt angestrebt. Schon seit Beginn des vergangenen Jahres werden langsam, aber sicher in öffentlichen Dienstleistungsgebäuden, staatlichen Behörden und Schulen Mitarbeiter auf Open-Source und Linux umgeschult und so der Weg für die ausschließliche Nutzung eines selbstständig erarbeiteten Betriebssystems gelegt.

Obwohl es sich bislang noch einzig um Eckdaten handelt und nähere Informationen erst im kommenden Monat an die Öffentlichkeit gelangen sollen, handelt es sich beim geplanten Linux-Desktop sicherlich mehr als um ein Gerücht, denn die Informationen, die durch die Medien an die Öffentlichkeit gelangt sind, stammen immerhin von Aussagen eines ranghohen Sprechers des Moskauer Kommunikationsministeriums. Dass Russland auch in sonstiger Hinsicht unabhängig von global geltender Technik werden möchte, beweist auch die Einführung des selbst entwickelten Navigationssystems Glonass, das sowohl das US-amerikanische GPS- als auch das europäische Galileo-System langfristig in Gänze entbehrlich werden lassen soll.

Ob und wie schnell sich Russland auf den genannten Gebieten unabhängig von den Neuerungen auf dem sich ständig weiterentwickelnden Weltgeschehen wird entziehen können und ob sich diese Maßnahmen für das Land in positivem Sinne rentieren, wird die Zukunft zeigen. Auf die zunehmende Beliebtheit von Linux und Ubuntu in unseren Breitengraden wird dies zunächst sicherlich erst einmal keinen Einfluss ausüben.

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