Baudarlehen – Was sollte man beachten?

In Zeiten geprägt von Finanzkrisen und Unsicherheiten stellt die eigene Immobilie für die meisten Menschen nicht nur eine solide Altersvorsoge, sondern auch eine wertbeständige und lukrative Kapitalanlage dar. Und die Gelegenheit für eine Immobilienfinanzierung ist derzeit günstig; denn die Zinsen befinden sich auf dem historischen Tiefstand. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins bei 0,75 Prozent, was sich günstig auf den Zins von Baudarlehen auswirkt.

Baudarlehen – Finanzierung mit Zinsbindungsfrist und langen Laufzeiten

Anders als ein Privatkredit dient ein Baudarlehen ausschließlich der Finanzierung von Immobilien – ganz gleich, ob zum Bau oder zum Erwerb. Ausschlaggebend für die Gewährung ist die Lage, die Höhe der Finanzierung, Sicherheiten und die Höhe des Eigenkapitals. Typische Merkmale einer Baufinanzierung sind die langen Laufzeiten – zumeist von bis zu 35 Jahre, sowie vertraglich vereinbarte Zinsbindungsfristen. Diese können zwischen fünf und fünfzehn Jahren variieren. Die Zinsbindung garantiert dem Darlehensnehmer die konstante Zinshöhe für den ausgewählten Zeitraum. Der Vorteil: Die Zinsbindungsfrist bedeutet Plansicherheit, denn die Rücktilgungsbeträge bleiben für den gewählten Zeitraum unverändert. Der Nachteil: Der Darlehensnehmer hat in der Zinsbindungsfrist zumeist keine oder sehr bedingte Kündigungsmöglichkeit, die dann mit hohen Kündigungsgebühren einhergeht. Daher sollte man sich die Sache gut überlegen und vorsichtig sein. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist kann der Darlehensnehmer entweder mit der Hausbank neu verhandeln oder zum neuen günstigeren Anbieter wechseln – umschulden.

Baudarlehen – Mit oder ohne Eigenkapital?

In der Regel wird für die Gewährung eines Baudarlehens eine Eigenkapitalleistung von bis zu 25 Prozent vorausgesetzt. Der Vorteil: günstige Finanzierungskonditionen und kürzere Laufzeiten. Der Nachteil: Neben dem Kaufpreis fließen auch Erwerbs- oder Baunebenkosten in die Finanzierung mit ein. Der Darlehensnehmer muss somit Kapital für die Eigenkapitalleistung sowie für die Nebenkosten aufbringen.

Fehlen die finanziellen Mitteln, was insbesondere bei den jungen Familien der Fall ist, kann eine Finanzierung ohne Eigenkapital angestrebt werden – die sogenannte Vollfinanzierung. Dabei kann eine 120prozentige Vollfinanzierung gewährt werden, die neben dem tatsächlichen Kaufpreis auch die Nebenkosten mitfinanziert. Der Vorteil: Schnelle Realisierung von Eigenheim. Der Nachteil: Vollfinanzierungen sind deutlich teurer als ein klassisches Baudarlehen.

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1 Kommentar zu Baudarlehen – Was sollte man beachten?

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