Dringend gesucht: Moderne Technik für Entwicklungsländer

Mit der jüngsten Smartphone Generation ist die Technik definitiv in der Zukunft angekommen. Betrachtet man sich beispielsweise das neue Nexus 7 im Test, so wird schnell klar, dass mobiles Arbeiten sich in den letzten Jahren zum absoluten Kernthema der Berufswelt gemausert hat. Jetzt bleibt die Frage, was die Welt außerhalb der technischen Hochburgen wohlhabender Industrieländer von diesem praktischen Trend hat?

Bild: © SergeyNivens -photodune.net
Bild: © SergeyNivens – photodune.net

Als Produktionsstätten und Rohstoffquellen sind die sogenannten ‚Länder der dritten Welt‘ ja äußerst beliebt. Günstige Arbeitskräfte, unkomplizierte Auflagen und Gesetze locken so manchen Gewinn orientierten Unternehmer in die Armutshäuser dieser Erde. Dabei bleibt eine angemessene Förderung der Auslagerungsgebiete leider oft auf der Strecke. Überhaupt ist es fraglich, ob eine Einteilung unseres Planeten in eine erste, zweite und dritte Welt nicht erst einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, dass Regionen, die von den neuesten Entwicklungen der Technik dringend profitieren sollten, eher technologischen Schrottplätzen verkommen. Dabei wären einige grundlegende Weichenstellungen für einen besseren Anschluss der Entwicklungsländer an das globale Netzwerk gar nicht so schwer zu schaffen.

Afrika und der digitale Graben

Die größten Probleme einer gleichberechtigten Techniknutzung für arme Länder liegen in deren Konnektivität begründet. So haben zum Beispiel gerade einmal 9,5 Prozent der afrikanischen Bevölkerung einen privaten Internetanschluss. Im Vergleich dazu erscheinen die 70 % an deutschen Internetnutzern geradezu luxuriös. Weshalb die Verbindung zum Rest der Welt auf der Südhalbkugel derart schlecht ist, zeigt sich an folgenden Eckdaten (Stand 2009):

Insgesamt entfallen nur zwei Prozent aller globalen Investitionen in Seekabel auf den Verbindungsausbau zum afrikanischen Kontinent. Es gibt nur ein einziges Glasfaserkabel, das Süd- und Westafrika mit europäischen Netzwerken verbindet. Sämtliche Telekommunikation in Afrika ist streng reguliert und abhängig von Staatskonzernen mit Monopolstellung.

Die so erzielten Übertragungsraten erreichen im Durchschnitt magere 15kb pro Sekunde – eine Geschwindigkeit, die Highspeed verwöhnten Europäern wie ein Relikt aus längst vergangenen Tagen erscheint, in denen klobige Bildschirme, Dos-Modus und Diskettenlaufwerke den Schreibtisch bevölkerten. Traurigerweise können sich die meisten afrikanischen Bürger nicht einmal eines dieser antiquierten Modelle leisten, während der Produktmarkt der Industrienationen fast tagtäglich überschwemmt wird mit immer neuen Tablet- und Smartphonemodellen wie beispielsweise dem neuen Nexus 5. Dass hier umgehend eine Marktregulierung stattfinden muss, steht also außer Frage.

Das globale Netzwerk lässt zu wünschen übrig

Egal ob es sich nun um finanziellen Wohlstand oder moderne Technologie handelt, eine gleichberechtigte Umverteilung der Ressourcen erscheint in den kommenden Jahren unausweichlich. Hinter dieser Schlussfolgerung, die für die nächste Phase der Globalisierung von großer Bedeutung sein wird, steckt nicht nur der Gedanke von mehr Chancengleichheit. Vielmehr ist ein Umdenken in Sachen internationaler Fortschritt zwingend notwendig, um all die Herausforderungen, die im 21. Jahrhundert an die Menschheit gestellt werden, gemeinsam bewältigen zu können. In den Mitgliedern armer Bevölkerungsschichten, die fast völlig vom digitalen Weltgeschehen abgeschnitten sind, schlummert nämlich so manches unentdeckte Potential und Improvisationstalent. Leider können diese individuellen Fähigkeiten ohne entsprechenden Zugang zu Informationen und Fachwissen kaum effizient genutzt werden und ein paar afrikanische Facebook Accounts, auf denen Jugendliche den neuesten Dorfklatsch miteinander teilen, können und dürfen nun wahrlich nicht die Krönung einer gelungenen, globalen Online Community sein.

Dieser Beitrag stammt aus der Feder von: der blaue Federkiel

Über Susi
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