Pennergame 2 Promille – Ordnungsamt statt Orks

Alles ändert sich im Lauf der Zeit: Postkarten werden durch E-Cards ersetzt, Briefe durch E-Mails, Bierdosen durch Flaschen, Talkshows durch Gerichts-Shows, die Gerichts-Shows durch Serien wie Berlin – Tag und Nacht usw.

Doch auf eines konnte man sich verlassen: das coole Pennergame war ein skurriles Browser-Spiel, in dem man für ein paar Minuten am Tag seinen Penner durch ein paar Kommandos durch eine Welt schicken konnte, die sich vor allem im eigenen Kopf abspielte und durch ein paar Zeilen am Rechner unterstützt wurde. Aber auch das ändert sich nun: Pennergame 2 Promille bewahrt das Spielkonzept des erfolgreichen Vorgängers aus Hamburg, verpasst ihm aber einen neuen Look, ein Interface und spielt sich nun eher wie eine Point&Click-Satire auf ein typisches Rollenspiel. Dabei betont der Hersteller vor allem ein … urbanes Hamburger-Lebengefühl irgendwo zwischen Reeperbahn, Flaschenpfand, Ogrimmar und dem Krieg der Sterne.

Wie im Vorgängerspiel schlüpft der Zocker in die Rolle eines Obdachlosen oder wie man in Österreich so sympathisch sagt, in die Rolle eines Sandlers. Die Steuerung funktioniert problemlos über die Maus, anmelden geht über Facebook, der Account ist schnell erstellt, Ladezeiten gibt es so gut wie keine, lediglich die Musik ist etwas gewöhnungsbedürftig, lässt sich aber schnell ausstellen. In einem für das Genre üblichen Tutorial werden rasch die Grundlagen des Pennertums erläutert.

Müllereimer statt Schatztruhe, Taschentuch statt Kurzschwert

Seine Stärken weist das neue Pennergame ganz klar im satirischen Ansatz auf moderne Fantasy-Rollenspiele auf. Geht es bei denen vor allem darum, immer stärker zu werden und immer neue, mächtigere Waffen zu finden, betrachtet Pennergame das ganze ironisch. So ist einer der ersten Gegenstände, die man anprobieren wird, die getragenen Unterhosen des Questgebers: Der hatte die wohl im Suff verloren. Außerdem kann man sich einen Verkehrs-Pylonen als Hut aufsetzen. Statt gegen Orks und Goblins geht es im Pennergame gegen das verhasste Ordnungsamt. Als Questbelohnung gilt es schon mal, Graffitis zu schmieren oder Nutten um ein paar Kröten anzuschnorren. Zu mehr sind sie kaum bereit. „Für dich mit Aufpreis“, schleudern sie dem Avatar entgegen.

Alle Aufgaben werden dabei über ein simples Point and Click-Verhalten erledigt. Eine Mini-Map gibt es auch, die anfänglichen Quests lassen sich ohne Problem finden und bewältigen. Immer neue Belohnungen winken und wecken das Jäger-und-Sammler-Bedürfnis. Und ob man letztlich ein besseres Schwert bekommt oder nur eine etwas sauberere Unterhose – die Faszination bleibt – erstaunlicherweise – gleich.

Typisches Browsergame mit einem cleveren Kniff

Dabei hat Pennergame 2 das Browsergame nun natürlich nicht neu erfunden. Wie bei zahlreichen Vettern ist es auch hier nicht möglich, wirklich durchzuspielen, sondern ein enger Energie-Vorrat begrenzt die Optionen des Spielers. Das war auch schon beim Vorgänger so. Mit einem neuen Tag sind dann wieder neue Aktionen möglich. Es sei denn der Spieler investiert etwas reale Währung (auch als Euros bekannt), um sich damit die Ingame-Premiumwährung Kronkorken zu gönnen und weiter zu machen. Verzichtet man darauf, erreicht man relativ schnell immer wieder Phasen, in denen man das Spiel für einige Zeit pausieren muss.

Inwieweit es dem Spiel gelingt auf die realen Probleme von Obdachlosen hinzuweisen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, muss letztlich jeder für sich selbst scheiden. Der Humor im Spiel ist durchaus clever und hat in jedem Fall eine markante Eigennote. Freunde des Vorgängers oder von einem frischen Blick auf ein kreativ etwas erschöpftes Genre werden mit dem Pennergame 2 sicher viele Stunden verbringen können.

Über Susi
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