Corporate Blogging: Pro und Contra

Eine eigene Webseite gehört längst zum guten Marketing für Unternehmen. Viele haben daneben, aber auch das Potenzial von Blogs erkannt und nutzen diesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Neben statischen Webseiten, auf denen man Informationen zum Produkt oder zum Service erhält, sowie Preise und Öffnungszeiten, setzen kleine und große Unternehmen vermehrt auf das Bloggen. Genau wie bei der Webseite spielt auch bei einem Blog ein professionelles Auftreten eine entscheidende Rolle. Ein gut gemachter Blog ist wie eine Visitenkarte, Ihr persönliches Aushängeschild. Wenn gut geführt und unterhalten, kann der Blog sogar als zusätzliche Einnahmequelle dienen.

Bild: © Undrey - photodune.net
Bild: © Undrey – photodune.net

Warum bloggen Unternehmen?

Um im Zeitalter des Content Marketing wettbewerbsfähig und angesagt zu bleiben, setzen immer mehr Unternehmen auf das Corporate Blogging. Dies ermöglicht es ihnen, mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren. Zum Beispiel können inhaltliche Updates aus der Industrie präsentieren werden, Experten-Tipps und Best-Practice Beispiele vorgestellt werden sowie Unternehmens-News veröffentlicht werden. Jedoch ist Corporate Blogging noch lange kein Standard, auch nicht bei großen Unternehmen. Von den an der Börse gelisteten Unternehmen, betreibt etwa nur die Hälfte einen eigenen Blog. Die Anforderungen der Verbraucher an Unternehmen, transparenter und persönlich ansprechbarer zu werden, haben diese unter Druck gesetzt einen Corporate Blog zu starten.

Es gibt einige gute Gründe, um als Unternehmen einen Blog zu betreiben.

Markenbekanntheit

Ein wichtiger Grund ist natürlich die Bekanntheit seines Unternehmens zu steigern. Wer bloggt, der präsentiert seine Marke einem breiteren Publikum.

SEO und Traffic-Generierung

Ein Blog ist ein lohnenswertes Werkzeug, um beim Google Ranking voranzukommen und mehr Traffic für seine Seite zu generieren.

Transparenz und Kundennähe

Gerade für Großunternehmen bietet ein Blog die Möglichkeit, dem Kunden gegenüber persönlicher zu sein und ihm einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen.

Positionierung

Neben allgemeinen Informationen zur Marke und den Produkten kann man durch einen Blog auch ganz hervorragend Unternehmensziele vermitteln und erklären wofür das Unternehmen steht.

Neben den genannten Vorteilen eines Corporate Blogs, gibt es natürlich noch weitere Gründe, wie z.B. die Kundengewinnung, der Dialog mit Kunden und potenziellen Kunden oder die Ansprache von verschiedenen Zielgruppen (Journalisten, andere Blogger etc.) in Form von Influencer oder Community Marketing.

Allerdings gibt es auch Gründe, die gegen einen Blog sprechen. So fragen sich z.B. viele, ob ein Blog überhaupt nötig ist, wenn es doch Social Media Plattformen gibt. Wenn man bereits auf Facebook, Twitter, Youtube & Co. aktiv ist, warum dann noch einen eigenen Blog starten und sich zusätzlich Arbeit aufhalsen? Tatsächlich gibt es einige Gemeinsamkeiten zwischen Social Media Plattformen und Blogs. So kann man Texte, Videos und Bilder veröffentlichen und mittels der Kommentarfunktion mit den Kunden kommunizieren, allerdings sind solche Plattformen recht limitiert. Facebook & Co. haben strenge Richtlinien und Einschränkungen, wenn es um gestalterische, technische oder rechtliche Dinge geht. Das Unternehmen hat in diesem Sinne keine Handlungsfreiheit und muss sich zwangsweise den Nutzungsbedingungen unterwerfen. Um Traffic zu generieren, bleiben Social Media Kanäle weiterhin unverzichtbar, aber Blogs bieten generell mehr Freiheiten für ein Unternehmen.

Weiterer ernst zu nehmender Grund, der gegen einen Corporate Blog spricht, ist der Mehraufwand an Ressourcen. Ganz klar erfordert ein erfolgreicher und gut geführter Blog viel Zeit und Energie. Ein Unternehmen sollte sich dessen vorab bewusst sein, und dafür sorgen, dass ein Blog zweifellos mehr Ressourcen erfordert. Entweder kann den Mitarbeitern mehr Zeit eingeräumt werden oder aber man stellt gleich einen Corporate Blogger ein, der seine volle Aufmerksamkeit dem Blog widmen kann.

Wenn Unternehmen einen Corporate Blog starten, müssen sie sich bewusst sein, dass sie damit auch eine öffentliche Plattform bieten, die eventuell für Kritik an Produkt und Dienstleistung genutzt werden kann. Gerade die Angst vor kritischen Kommentaren motiviert höchstwahrscheinlich viele Firmen, die Finger von einem Corporate Blog zu lassen. Dabei werden schlechte Erfahrungen so oder so geteilt, ob nun auf dem eigenen Blog oder auf sonstigen Plattformen. Wenn es auf der heimischen Seite passiert, so kann das Unternehmen zumindest schnell und adäquat reagieren und so größeren Schaden vermeiden.

Best-Practice Beispiele für gelungene Corporate Blogs

Audi

Der Blog von Audi stellt ein gutes Beispiel dafür da, wie ein Unternehmensblog aufgezogen und geführt werden kann. Im Fokus der Beiträge stehen natürlich die Produkte, die Technologie und das Design der Autos, aber auch anderen Themen finden ab und ein beachten, so z.B. Sport oder Nachhaltigkeit. Insbesondere Journalisten, aber auch anderen Bloggern soll so ein Blick hinter die Kulisse gewährt werden.

Greenpeace

Gute Kommunikationsmöglichkeiten sind gerade für solche Organisationen von Bedeutung, die auf Spendengelder angewiesen sind. Über Blogs besteht die Möglichkeit, seine Unternehmensziele zu vermitteln. Greenpeace informiert seine Leser via Blog und hofft so auf Unterstützung.

Ritter Sport

Ritter Sport setzt auf Interaktion und Kommunikation mit seinen Kunden. Ideen und Kreativität werden von den Lesern gefragt, wenn es um neue Sortenvorschläge geht, aber auch Meinungen werden regelmäßig erfragt, wenn neue Werbemaßnahmen durchgeführt werden sollen.

International stehen Corporate Blogs von Tech-Unternehmen wie IBM, Google, Intel und Microsoft unter den Top 10, da diese sehr gut geführt werden und quasi außer Konkurrenz stehen. Daher werden diese Blogs einer gewissen Kategorie zugeordnet, sodass auch anderen non-tech Blogs eine faire Chance bekommen.

Über Susi
Moin, ich bin Susi. Hier auf www.netz-online.com veröffentliche ich Themen aller Art. Die Palette reicht von Shop-Vorstellungen, Produkttests, E-Commerce, Geld verdienen, Onlinehandel, Sparen, Technik und B2B.

1 Kommentar zu Corporate Blogging: Pro und Contra

  1. Den einzelnen Punkten kann ich nur zustimmen. Rein mit einer Firmenwebseite kommt man bei Google nicht weit. Ein Blog bietet da schon deutlich mehr Möglichkeiten und Potential. Aber auch das muss ausgeschöpft werden. Heißt: Regelmäßiger Content plus entsprechende Social Media-Aktivitäten. Und genau hier scheitern wohl die meisten Unternehmer! Ein Blog kostet nun mal Zeit und eben Manpower, die bezahlt werden muss. Leider sehen viele Unternehmen (noch) nicht die ganzen Möglichkeiten.

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